Tag des Baumes - Mehr als eine Million Bäume verbessern das Klima in der Stadt Köln

Bluecher Park c Koeln Insight TV1.250.103 Bäume wurden für das Jahre 2021 per Laserscan-Verfahren in Köln ermittelt – das sind mehr Bäume im Stadtgebiet als Einwohner, darin enthalten sind 81.000 Straßenbäume. Über die sogenannte Punktwolkenauswertung wurden alle Bäume, die höher als sieben Meter sind, im Stadtgebiet Köln erfasst. Da technisch bedingt in sehr dichten Waldbeständen nicht alle Bäume erfasst werden können, ist noch von einigen Bäumen mehr auszugehen.

Baumpflanzungen und -fällungen

Im städtischen Forst konnten im vergangenen Jahr 18.800 Bäume neu gepflanzt werden. Öffentliche Baumpflanzmaßnahmen, wie zum Beispiel jüngst der vierte Wald für Köln in Raderthal auf einer Fläche von 27.000 Quadratmetern, tragen dazu bei, dass sich der Baumbestand trotz Ausfällen weiter entwickelt und für die Zukunft gestärkt wird. Die Zahl der Fällungen im Waldgebiet wird statistisch nicht erfasst. Es wird hier neben Neupflanzungen bewusst auf Naturverjüngung im Bestand gesetzt, um angepasste Variationen zu fördern.

Auch in Bezug auf die Straßenbäume lassen sich mit 748 Neupflanzungen mehr grüne Neuzugänge als Fällungen verzeichnen: Es wurden im vergangenen Jahr 539 Straßenbäume gefällt, wobei 244 (45 Prozent) der Bäume nicht mehr verkehrssicher oder abgestorben waren. Die mangelnde Standsicherheit von Bäumen wird unter anderem hervorgerufen durch holzzerstörende Pilze, Borkenkäfer und Lockerung durch Sturmereignisse. Bei den anderen 295 Bäumen (55 Prozent) lag aus anderen Gründen ein Fällantrag vor. Insbesondere Baugenehmigungsverfahren führten zu Baumfällungen im Stadtgebiet.

Generell liegt es in unserem Bestreben, überall dort, wo Bäume gefällt werden müssen, auch ebenso viele Bäume nachzupflanzen, betont William Wolfgramm, Beigeordneter für Umwelt, Klima und Liegenschaften der Stadt Köln.

Im Zuge des Ausbaus der Vogelsanger Straße wurden beispielsweise im vergangenen Jahr mehr als 50 Bäume neu gepflanzt. Weitere Neupflanzungen fanden hauptsächlich im Bezirk Ehrenfeld statt, da hier das Straßenbaumkonzept aktuell in der Umsetzung ist.

Entwicklung des Kölner Baumbestands

Durch Trockenheit und hohe Temperaturen sind empfindliche Baumarten in Abhängigkeit der Standortbedingungen in den vergangenen Jahren stark geschädigt worden. Hierbei sind Forst, Grünanlage und Straßenbäume differenziert zu betrachten. Durch den Borkenkäferbefall sind sehr viele Fichten abgestorben und mussten gefällt werden. Viele andere Baumarten wurden ebenfalls von Schädlingen und Krankheiten wie Buchenkomplex-, Rußrinden und Massariakrankheit befallen, sodass es auch unter den Laubbäumen Verluste zu verzeichnen gibt (zum Beispiel Buche, Bergahorn, Birke).

Die Stressfaktoren wie Hitze und Wassermangel werden für Bäume künftig weiter zunehmen und ihre Vitalität reduzieren. In der Folge mehren sich chronische Krankheitsverläufe, die den Pflegeaufwand erhöhen und letztlich den Verlust des Baumes bedeuten können. Essentielle Funktionen wie Kühlung, Schatten und Luftreinigung werden reduziert. Daher wird bei der Nachpflanzung bewusst auf neue, angepasste Baumarten geachtet, um die Artenvielfalt und damit die Resilienz zu erhöhen.

Hitzebeständige Bäume tragen durch Verdunstung, Luftreinigung und Schatten zu einem besseren Stadtklima bei und bieten zudem wichtigen Lebensraum für Kleintiere. Besonders hinsichtlich des Klimawandels wird die Rolle des Baumbestands in Großstädten immer wichtiger werden,

so Wolfgramm.

Mit dem Konzept der Stadtverwaltung "Wasser muss zum Baum" sollen darüber hinaus verschiedene Varianten für eine bessere Bewässerung der Straßenbäume zum Schutz vor Hitzestress durch den Klimawandel erprobt werden.

Weitere Informationen

Quelle: Stadt Köln - Amt für Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitKatja Reuter

Foto: Blücher Park Köln © Tatjana Zieschang Köln-InSight.TV