das Kultur und Nachrichtenmagazin

Kalender

kunstraume.jpg 

Ausstellung "Berge begegnen sich nicht 2"

Mittwoch, 1. April 2020
15:30-18:30 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

2016 kamen sechs deutsch-iranische Künstler*innen in den Kunsträumen der Michael Horbach Stiftung zusammen, um die von Gérard A. Goodrow kuratierten Ausstellung Berge begegnen sich nicht zu bestreiten. Der Titel der vielbesprochenen Gruppenschau geht zurück auf ein altes persisches Sprichwort. Vier Jahre später gibt es nun eine Wiederbegegnung. Und in der Zwischenzeit ist viel passiert – wichtige Ausstellungsbeteiligungen, Kataloge, Studienreisen, Stipendien, öffentliche und private Aufträge und vieles mehr. In übertragenen Sinne sind die Künstler*innen also selbst Berge geworden – sie sind reifer, haben sich in ihren jeweiligen Karrieren gefestigt und im Züge der politischen Veränderungen sowohl in Deutschland und Europa als auch im Iran stehen sie heute für viel mehr als nur sich selbst. Und Berge begegnen sich doch, könnte man behaupten.

Von Bildern und Zeichnungen über Objekten und Installationen bis hin zur Fotokunst sind die unterschiedlichsten Medien vertreten. Zwischen 1971 und 1980 geboren, stehen die sechs Teilnehmer*innen – Mahssa Askari, Bahar Batvand, Gila Abutalebi, Linda Nadji, Reza Nadji und Pari Moradi – stellvertretend für eine mittlere Generation europäischer Gegenwartskünstler mit Migrationshintergründen. In einem geschickten Wechselspiel finden in ihren höchst differenzierten Werken Erinnerungen bzw. Erzählungen aus dem damaligen und heutigen Iran und die eigenen Erfahrungen und Erlebnissen in der neuen europäischen Heimat auf vielfältige Weise Ausdruck. Dennoch lassen die Künstler*innen sich auf keinen Fall auf ihrer iranischen Herkunft reduzieren und leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der aktuellen Kunstszenen in Köln, Deutschland, Europa und weit darüber hinaus.

Mit ihren zarten Zeichnungen erweitert Pari Moradi (*1977 in Teheran, lebt und arbeitet in Köln und Mallorca) ihre Motivwelt um ein Vielfaches. Nach einer längeren künstlerischen Auseinandersetzung mit Tonscherben greift sie nun auf unterschiedliche Einzelmotive: von Alltagsobjekten über Hochspannungsmasten bis hin zu Vögeln im Flug – jedes Bild steht für sich, doch zusammen bilden sie ein Bewusstseinsstrom, der vielfältige Assoziationen zulässt.

Die Bilder von Mahssa Askari (*1980 in Khoramshahr, lebt und arbeitet in Düsseldorf) sind ebenfalls enigmatisch und wirken oft nostalgisch oder muten wie Filmsequenzen an. Leicht verschleiert wie die Erinnerung selbst erzählen sie mehrdeutige Geschichten – eine geschickte Verflechtung von Traum und Wirklichkeit. So schlägt die Künstlerin selbst dem Betrachter vor: „Schließe deine Augen und stelle dir vor...“

Zwischen Traum und Wirklichkeit bewegt sich die erste Gemeinschaftsarbeit der Geschwister Linda und Reza Nadji (*1972 in Teheran, lebt und arbeitet in Köln / *1978 in Teheran, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles). Das Fotomaterial für die Installation stammt aus dem Archiv des Familienbetriebs Fotostudio Nadji in Teheran, welches in den 1950er Jahren vom Vater und Onkeln der Künstler gegründet und 2015 schließlich aufgelöst wurde. Die ausgewählten Bilder zeigen Aufnahmen von Hochzeitsfeiern und geben einen Einblick in das Leben der Teheraner Mittelschicht vor der Revolution 1979. In seinen eigenen Fotos gibt Reza Nadji Einblicke in das heutige Teheran, so dass der historische Bogen nahezu 40 Jahre spannt – frei nach dem Motto „Es war einmal...“

Linda Nadjis Werk hingegen bewegt sich zwischen Formalismus und Narration. Fensterumschläge – häufig Träger von offiziellen Informationen von Behörden – dienen hierbei häufig als Bildgrund – oder zusammengenäht werden sie selbst zum Bild.

Die objekthaften Bilder von Bahar Batvand (*1974 in Ahwaz, lebt und arbeitet in Düsseldorf) oszillieren ebenfalls zwischen Form und Inhalt, wobei der Arbeitsprozess eine herausragende Rolle spielt. Wicklungen von verschiedenfarbigen Faserstoffen und Drahtnetzen können als Metapher für die komplexen Verflechtungen des Lebens begriffen werden. Hierbei bezieht sich die Künstlerin u.a. auf ein Zitat Charles Darwins: „Nichts im Leben ist beständiger als der Wandel.“

Und dass nichts schöner, aber auch komplizierter ist als die Sprache beweisen auch die Bilder des Polyglotts Gila Abutalebi (*1971 in Ried/ Österreich, lebt und arbeitet in Köln). Auch hier entsteht ein Spannungsfeld zwischen Form und Inhalt. Die scheinbar endlose Wiederholung einzelner lateinischer Buchstaben ergeben Muster, die an arabische Schiften erinnern. Hier wird eine andere Form des Lesens vom Betrachter abverlangt, denn statt Erzählungen bietet uns die Künstlerin vielmehr Meditationsfelder für die eigenen Gedanken.

Kuratiert von Gérard Goodrow

Vernissage: 08. März 11 - 14 Uhr
Ausstellungsdauer: 08. März bis 12.April 2020

Mi. und Fr. 15.30 – 18.30 Uhr, So. 11 – 14 Uhr, sowie nach Vereinbarung
Tel. +49 (0)221 2999 3378

www.michael-horbach-stiftung.de

 

 

Ort 

Kunsträume der Michael Horbach Stiftung

Wormser Str. 23 (Hinterhaus)
50677 Köln
Deutschland NRW
0221-29993378
http://www.michael-horbach-stiftung.de 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus: Köln
weitere von:
Kunsträume der Michael Horbach Stiftung

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Musik / Film

Harris & Ford - Wahre Freundschaft

Cover Harris  Ford   Wahre FreundschaftGerade in Zeiten wie diesen ist es wichtiger denn je Freunde an seiner Seite zu haben! „Wahre Freundschaft“ heißt die neue Single von Harris & Ford und dürfte nicht nur dem aktuellen Zeitgeschehen geschuldet vielen aus der Seele sprechen.

Hinter H...


weiterlesen...

in focusgalerie - Magie der Photographie #10

10Die erotischen Photographien von Claude Fauville haben mit dem, was wir gemeinhin mit Aktphotographie verbinden, wenig zu tun. Seine Platin-Palladium Prints praktizieren den Rückgriff auf Barock und Rokkoko, zelebrieren nicht die Nacktheit, sonder...


weiterlesen...

»Social Distancing Mit Herz | Teil 2« Corona ist ansteckend. Musik auch.

FacebookYT SocialDistancingMitHerz 15MaiDie Corona-Pandemie hat von einem Moment auf den anderen fast alle geplanten Kulturveranstaltungen bis mindestens Sommer unmöglich gemacht. Es wird Zeit, dass wir den Kulturschaffenden nun ein Gesicht und eine Stimme geben, sie anhören und zusamme...


weiterlesen...

MARINA MARX Single „Der geilste Fehler“ – VÖ: 22.05.2020

mmMit Wahnsinnsstimme und einer Bühnenshow, bei der man immer mal wieder an Tina Turner denken muss, sorgte MARINA MARX für jede Menge Aufsehen und einen echten Raketenstart: Über fünf Millionen Klicks für „One Night Stand“ und reihenweise TV-Auftri...


weiterlesen...

Corona-Update: Fischmarkt Köln 2020

Anhänger KnödelfeinMit Erlass der Allgemeinverfügung sind die Fischmärkte vorerst bis zum 31. August untersagt und so wird nach aktuellem Stand – in Düsseldorf am 13. September und in Köln am 20. September in eine sehr kurze, aber hoffentlich doch umso schönere Fisc...


weiterlesen...

weitere Informationen

Nachrichten und Doku in Köln

„Kebekuss“: Kölner Pflaumen-Birnen Likör von Gaffel mit DLG-Goldmedaille ausgezeichnet

Gaffel Kebekuss Flasche DLG Gold 2020 Foto Gaffel honrarfreiKöln, 19. Mai 2020 – „Kebekuss“ von Gaffel wurde mit Gold der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ausgezeichnet. Der Pflaumen-Birnen Likör ist das vierte Produkt der Reihe „Gaffel Spirits“, das die Goldmedaille der weltweit anspruchsvolls...


weiterlesen...

Kölner Lichter 2020 finden nicht statt!

54467 162207937146660 3624050 oLiebe Besucher und treue Freunde der Kölner Lichter, die Entscheidung ist gefallen, die Kölner Lichter 2020 finden nicht statt. Nach der Bekanntmachung der Bundesregierung, dass bis zum 31. August keine Großveranstaltungen in Deutschland durchgefü...


weiterlesen...

Joey Heindle neue Single „Wir hören nicht auf“ und Biografie

nicht aufhörenDas Joey Heindle ein echter Durchstarter ist, hat er bereits oft bewiesen.  Der 26-jährige Sänger, Songwriter, Komponist und Medienliebling hat sich bei zahlreichen Reality TV-Formaten großen Herausforderungen gestellt und sie mit Bravour bestande...


weiterlesen...

Ungarn: Abschaffung der rechtlichen Anerkennung von trans- und intergeschlechtlichen Menschen wirft Land ins Mittelalter zurück

amnesty logoBERLIN, 19.05.2020 – Trotz internationalen Protests hat das ungarische Parlament am heutigen Dienstag die Möglichkeit der rechtlichen Anerkennung von Trans-Personen und intersexuellen Menschen abgeschafft. Amnesty International kritisiert diese En...


weiterlesen...

lebeART Video

Videopräsentation zur Ausstellung "Neue Rahmenbedingungen"Video Kunst und Kultur
Verfuehrer

Eigentlich wächst alles organistisch. Genauso wie ein Baum, wachsen auch eine Meinung, eine Firma...


weiterlesen

LebeART Radio-Edition

lebeART Magazin jetzt LIVE
Köln-InSight.TV

Werbung

Anzeige

 

lebeART Kalender

Letzter Monat Mai 2020 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 18 1 2 3
week 19 4 5 6 7 8 9 10
week 20 11 12 13 14 15 16 17
week 21 18 19 20 21 22 23 24
week 22 25 26 27 28 29 30 31

Anzeige

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.