das Kultur und Nachrichtenmagazin

Monatskalender

museum ludwig.jpg 

Ausstellung "Lucia Moholy. Fotogeschichte schreiben"

Donnerstag, 5. Dezember 2019
10:00-19:00 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums widmet sich das Museum Ludwig mit einer kleinen Präsentation im Fotoraum der Fotografin und Fotohistorikerin Lucia Moholy. In diesem Rahmen werden auch drei neuerworbene Vintage Prints von Lucia Moholy erstmals gezeigt. Neben ihren fotografischen Werken werden auch Briefe aus dem Archiv des Museum Ludwig präsentiert, die einen regen Austausch zwischen Moholy und dem Fotosammler und -historiker Erich Stenger belegen. Gemeinsam hatten sie um 1932 vor, ein Buch über die Geschichte der Fotografie zu schreiben. Der Aufstieg der Nationalsozialisten trieb Moholy jedoch in die Emigration, während Stenger in Deutschland zum gefragten Experten auf dem Gebiet aufstieg. Moholy veröffentlichte schließlich selbstständig in London 1939 A Hundred Years of Photography 1839–1939.

Ihr Buch wurde der erhoffte Kassenschlager und enthielt für seine Zeit Gedanken zur Fotografie, die radikal neu waren: Fotografie und Malerei wurden als zwei gleichwertige Wege beschrieben, beispielsweise „abstrakte Bilder“ herzustellen: „Fotografie wurde (...) von einigen abstrakten Malern als neues Medium aufgenommen, mit dem sie versuchten, ihrem Gefühl für Ausgewogenheit Ausdruck zu verleihen. Es sind der in Frankreich lebende Man Ray, und Moholy-Nagy in den USA. Sie griffen die Methode der ‚Fotogenischen Zeichnung‘ auf, entdeckt von Schulze 1727 und Fox Talbot vor 1834 bekannt, und wendeten sie auf spezielle Weise an. (...) Die Frage, ob die Fotografie irgendeinem Einfluss der abstrakten Kunst unterworfen worden sei, stellt sich aber nicht in Bezug auf diese Bilder. Es war ein Prozess der Angleichung, nicht der Beeinflussung.“

Lucia Moholy selbst hatte als Fotografin Fotogramme (die auch als fotogenische Zeichnung bezeichnet werden) entwickelt und diese Technik ihrem damaligen Partner, dem Maler und Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy, nahe gebracht. Ein Fotogramm ist eine kameralose Fotografie, bei der Objekte auf lichtempfindliches Papier gelegt und belichtet werden. Ihr Schatten bleibt auf dem Papier als helle Fläche zurück. Als (Kunst-)historikerin führte sie das Verfahren auf frühe fotografische Experimente zurück, wie Johann Heinrich Schulzes Entdeckung der Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen im 18. Jahrhundert oder William Henry Fox Talbots erste Fotogramme aus den 1830er Jahren. Das heißt, sie fand die Wurzel fotografisch-kreativen Arbeitens bereits in der Vorgeschichte der Fotografie, was den zeitgenössischen Werken noch mehr Gewicht – eine Tradition – zusprach. Außerdem beschrieb sie Fotogramme als gleichwertig zu abstrakten Tendenzen in der Malerei.

Wie zukunftsweisend Moholys Fotogeschichte damit war, zeigt sich besonders im Vergleich zu dem Buch Die Photographie in Kultur und Technik. Ihre Geschichte während hundert Jahren von Erich Stenger. Für ihn war die Fotografie vor allem eine Technik, die auf vielen Gebieten Anwendung fand, nicht aber eine Möglichkeit kreativen Ausdrucks. Er schrieb über das Fotogramm: „ Wenn man sich begnügt, die Licht-Schatten-Verteilung irgendeines in einem Lichtkegel befindlichen Gegenstandes bildmäßig festzuhalten, den Gegenstand also nur in seinem Schattenriss, nicht als photographisches Bild, wiederzugeben, so gelangt man zum ‚Photogramm‘ (...). Es entstanden gelegentlich spielerisch reizvolle Schattenbilder in dieser ‚kameralosen‘ Betätigung, die mit der objektiven Lichtbildnerei nichts gemein hat.“ Stengers ironischer, um nicht zu sagen herablassender Ton und sein konservativer Kunstgeschmack, machen es schwer, sich eine gemeinsame Fotogeschichte von ihm und Lucia Moholy vorzustellen. Umso überraschender ist die Erkenntnis, dass sie darüber nachdachten.

Grundlage ihrer beider Forschungen war die Sammlung Stenger, die heute als Teil der Sammlung Agfa im Museum Ludwig verwahrt wird. Hier sah Moholy frühe Fotogramme von Talbot, von denen eines in der aktuellen Präsentation gezeigt wird. Durch Erich Stenger erfuhr Moholy auch von Johann Heinrich Schulzes frühen Experimenten. Während Stenger die Verbindung zu den „reizvollen Schattenbildern“ seiner Gegenwart nicht gelang, spannte Moholy den großen Bogen. Ein Grund mehr, ihre Geschichte im Museum Ludwig zu würdigen.

Lucia Moholy. Fotogeschichte schreiben
12. Oktober 2019 – 2. Februar 2020

Kuratorin: Miriam Szwast
Web und Social Media
Zur Ausstellung kommuniziert das Museum Ludwig auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #MLxMoholy
Facebook/Instagram/Twitter/Vimeo: @MuseumLudwig – www.museum-ludwig.de

 

Ort 

Museum Ludwig

Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Deutschland NRW
0221-221-26165
http://www.museum-ludwig.de 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus: Köln
weitere von:
Museum Ludwig

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Nachrichten und Doku in Köln

Petition zur Rettung des Kölner Grünsystems

fc ausbaupläneMitten in der jetzigen Klimakrise spielen zusammenhängende Grünflächen für die Lebensqualität der Bevölkerung eine entscheidende Rolle. Bereits in den 20iger Jahren des 20. Jahrhunderts hat die Stadt Köln unter Bürgermeister Conrad Adenauer zwei "...


weiterlesen...

29. Mai 2020: Tag der Nachbarschaft Käse, Küste, Grachten: Erfolgreich arbeiten mit den Niederlanden

Car and FlowersBeim Gedanken an die Niederlande scheint uns vieles vertraut. Doch die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und unserem Nachbarland lassen so manches gemeinsame Projekt scheitern. Worauf es bei der Zusammenarbeit mit unseren niederländisc...


weiterlesen...

Wirtschaftsjunioren "fairteilen" 112 Kisten für den guten Zweck

Wirtschaftsjunioren fairteilen Foto WJKUnter dem Motto „Fairteilt“ haben die Wirtschaftsjunioren Köln e.V. an einem Maiwochenende unter erschwerten Corona-Bedingungen 112 Kisten brauchbare Kleidung, Spielsachen und haltbare Lebensmittel an Hilfsorganisationen für Kinder und hilfsbedürf...


weiterlesen...

HARRY STYLES WATERMELON SUGAR

Styles WatermelonSugarHier ist er – der perfekte Soundtrack für den bevorstehenden Sommer 2020!

Mit „Watermelon Sugar“ koppelt Harry Styles einen weiteren Song aus seinem aktuellen Album „Fine Line“ aus, das wie der Vorgänger Platz eins der US-amerikanischen Charts err...


weiterlesen...

Jugend engagiert sich – digital!

Jugend engagiert sich digitalIn diesem Jahr mussten wir schweren Herzens den BfDT-Jugendkongress vom 20. bis zum 24. Mai absagen. Um jungen Engagierten dennoch eine Chance zu geben, sich für ihre ehrenamtliche Tätigkeit fortzubilden und zu qualifizieren, haben wir ein neues F...


weiterlesen...

weitere Informationen

Musik / Film

Joey Heindle neue Single „Wir hören nicht auf“ und Biografie

nicht aufhörenDas Joey Heindle ein echter Durchstarter ist, hat er bereits oft bewiesen.  Der 26-jährige Sänger, Songwriter, Komponist und Medienliebling hat sich bei zahlreichen Reality TV-Formaten großen Herausforderungen gestellt und sie mit Bravour bestande...


weiterlesen...

Serious Sam 4 vernichtet im August 2020 die Normalität

Serious Sam 4 Key Art Bombastisches Prequel startet auf Steam und Google Stadia 

Croteam und Devolver Digital haben angekündigt, dass das überaus intensive Prequel Serious Sam 4 bei seinem Start im August 2020 sowohl auf Steam als auch auf Google Stadia ein regelrechte...


weiterlesen...

Corona-Virus: 124 Erkrankte in Köln

stadt Koeln LogoAbstand halten und Hygieneregeln befolgen!

Zur aktuellen Lage: Mit Stand, Freitag, 15. Mai 2020, 15.30 Uhr, gibt es auf dem Gebiet der Stadt Köln den insgesamt 2.414. (Vortag: 2.407) bestätigten Corona-Virus-Fall. 34 (Vortag: 46) Personen befinden...


weiterlesen...

BUCHTIPP: Brunhild Berg "Die Weisheit der Steine von Atlantis"

die weisheit der steineIn diesem Buch beschreibt Brunhild Berg die Geschichte und Wirkung der Steine von Atlantis. Die Steine haben positive Auswirkungen auf unseren physischen und emotionalen Körper. Durch die Übertragung ihrer Schwingungen werden Körper und Geist harm...


weiterlesen...

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.