das Kultur und Nachrichtenmagazin

Monatskalender

museum ludwig.jpg 

Ausstellung "Lucia Moholy. Fotogeschichte schreiben"

Donnerstag, 2. Januar 2020
10:00-19:00 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums widmet sich das Museum Ludwig mit einer kleinen Präsentation im Fotoraum der Fotografin und Fotohistorikerin Lucia Moholy. In diesem Rahmen werden auch drei neuerworbene Vintage Prints von Lucia Moholy erstmals gezeigt. Neben ihren fotografischen Werken werden auch Briefe aus dem Archiv des Museum Ludwig präsentiert, die einen regen Austausch zwischen Moholy und dem Fotosammler und -historiker Erich Stenger belegen. Gemeinsam hatten sie um 1932 vor, ein Buch über die Geschichte der Fotografie zu schreiben. Der Aufstieg der Nationalsozialisten trieb Moholy jedoch in die Emigration, während Stenger in Deutschland zum gefragten Experten auf dem Gebiet aufstieg. Moholy veröffentlichte schließlich selbstständig in London 1939 A Hundred Years of Photography 1839–1939.

Ihr Buch wurde der erhoffte Kassenschlager und enthielt für seine Zeit Gedanken zur Fotografie, die radikal neu waren: Fotografie und Malerei wurden als zwei gleichwertige Wege beschrieben, beispielsweise „abstrakte Bilder“ herzustellen: „Fotografie wurde (...) von einigen abstrakten Malern als neues Medium aufgenommen, mit dem sie versuchten, ihrem Gefühl für Ausgewogenheit Ausdruck zu verleihen. Es sind der in Frankreich lebende Man Ray, und Moholy-Nagy in den USA. Sie griffen die Methode der ‚Fotogenischen Zeichnung‘ auf, entdeckt von Schulze 1727 und Fox Talbot vor 1834 bekannt, und wendeten sie auf spezielle Weise an. (...) Die Frage, ob die Fotografie irgendeinem Einfluss der abstrakten Kunst unterworfen worden sei, stellt sich aber nicht in Bezug auf diese Bilder. Es war ein Prozess der Angleichung, nicht der Beeinflussung.“

Lucia Moholy selbst hatte als Fotografin Fotogramme (die auch als fotogenische Zeichnung bezeichnet werden) entwickelt und diese Technik ihrem damaligen Partner, dem Maler und Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy, nahe gebracht. Ein Fotogramm ist eine kameralose Fotografie, bei der Objekte auf lichtempfindliches Papier gelegt und belichtet werden. Ihr Schatten bleibt auf dem Papier als helle Fläche zurück. Als (Kunst-)historikerin führte sie das Verfahren auf frühe fotografische Experimente zurück, wie Johann Heinrich Schulzes Entdeckung der Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen im 18. Jahrhundert oder William Henry Fox Talbots erste Fotogramme aus den 1830er Jahren. Das heißt, sie fand die Wurzel fotografisch-kreativen Arbeitens bereits in der Vorgeschichte der Fotografie, was den zeitgenössischen Werken noch mehr Gewicht – eine Tradition – zusprach. Außerdem beschrieb sie Fotogramme als gleichwertig zu abstrakten Tendenzen in der Malerei.

Wie zukunftsweisend Moholys Fotogeschichte damit war, zeigt sich besonders im Vergleich zu dem Buch Die Photographie in Kultur und Technik. Ihre Geschichte während hundert Jahren von Erich Stenger. Für ihn war die Fotografie vor allem eine Technik, die auf vielen Gebieten Anwendung fand, nicht aber eine Möglichkeit kreativen Ausdrucks. Er schrieb über das Fotogramm: „ Wenn man sich begnügt, die Licht-Schatten-Verteilung irgendeines in einem Lichtkegel befindlichen Gegenstandes bildmäßig festzuhalten, den Gegenstand also nur in seinem Schattenriss, nicht als photographisches Bild, wiederzugeben, so gelangt man zum ‚Photogramm‘ (...). Es entstanden gelegentlich spielerisch reizvolle Schattenbilder in dieser ‚kameralosen‘ Betätigung, die mit der objektiven Lichtbildnerei nichts gemein hat.“ Stengers ironischer, um nicht zu sagen herablassender Ton und sein konservativer Kunstgeschmack, machen es schwer, sich eine gemeinsame Fotogeschichte von ihm und Lucia Moholy vorzustellen. Umso überraschender ist die Erkenntnis, dass sie darüber nachdachten.

Grundlage ihrer beider Forschungen war die Sammlung Stenger, die heute als Teil der Sammlung Agfa im Museum Ludwig verwahrt wird. Hier sah Moholy frühe Fotogramme von Talbot, von denen eines in der aktuellen Präsentation gezeigt wird. Durch Erich Stenger erfuhr Moholy auch von Johann Heinrich Schulzes frühen Experimenten. Während Stenger die Verbindung zu den „reizvollen Schattenbildern“ seiner Gegenwart nicht gelang, spannte Moholy den großen Bogen. Ein Grund mehr, ihre Geschichte im Museum Ludwig zu würdigen.

Lucia Moholy. Fotogeschichte schreiben
12. Oktober 2019 – 2. Februar 2020

Kuratorin: Miriam Szwast
Web und Social Media
Zur Ausstellung kommuniziert das Museum Ludwig auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #MLxMoholy
Facebook/Instagram/Twitter/Vimeo: @MuseumLudwig – www.museum-ludwig.de

 

Ort 

Museum Ludwig

Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Deutschland NRW
0221-221-26165
http://www.museum-ludwig.de 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus: Köln
weitere von:
Museum Ludwig

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Musik / Film

MIKE CANDYS - DARKNESS

Cover Mike Candys   DarknessMIKE ON FIRE!

Gerade erst die 35 Millionen Streaming Marke mit „The Riddle Anthem“ auf Spotify geknackt, feuert der Schweizer DJ Top Export Mike Candys nach zahlreichen erfolgreichen Singles mit seiner nächsten Hitnummer direkt nach: DARKNESS!

Ein...


weiterlesen...

Priener Wohnzimmerkonzerte: Kulturinteressierte spenden 1737 Euro an Musikschaffende aus der Region

Scheckübergabe Hl Nacht cPriMaPrien – Die Corona-Krise hat gerade die Kulturszene hart getroffen - eine Vielzahl von Veranstaltungen musste die Prien Marketing GmbH (PriMa) im vergangenen Jahr absagen. Die ursprünglich für Ende Dezember 2020 im Chiemsee Saal geplante musikalis...


weiterlesen...

Ägypten: Zehn Jahre nach „Arabischem Frühling“ sind Gefangene in Lebensgefahr

amnesty logoPolitische Gefangene sind in Ägypten Folter und unmenschlichen Haftbedingungen ausgesetzt. Ihnen wird überlebenswichtige medizinische Versorgung verweigert. Ein neuer Amnesty-Bericht dokumentiert Todesfälle in Haft und langfristige gesundheitliche...


weiterlesen...

Bundesverband GEDOK e. V. - Neuwahl des Vorstandes

Gedok ev LogoDer Bundesverband GEDOK e. V. wählte im November 2020 einen neuen Vorstand. Unter den Bedingungen der Corona-Pandemie erfolgte die Vorstandswahl per Briefwahl.

Wiedergewählt wurden als Präsidentin die Kunsthistorikerin Dr. habil. Ursula Toyka, Pri...


weiterlesen...

www.jeckstream.de: Mit diesem Streamingdienst kommen die Karnevalsstars direkt ins Wohnzimmer

Jeckstream Brings Foto  Kay Uwe Fischer honorarfreiKöln, 19. Januar 2021 – Dieser Streamingdienst ist total jeck. Christoph Runkel von der Großen Braunsfelder und Rabaue-Frontmann Alexander Barth haben Jeckstream ins Leben gerufen. 

Wie bei den bekannten Anbietern lassen sich über die Seite www.je...


weiterlesen...

weitere Informationen

Musik / Film

Martin Kälberer - InSightOut

martin Kälberer CoverEin tiefer Blick nach innen. Als Möglichkeit der Reduktion, der Konzentration auf das Wesentliche in dieser seltsamen Zeit der Stille.

Martin Kälberer hat ihn gewagt, um von dort aus wieder nach draußen zu schauen und sich ganz neu seiner Sicht au...


weiterlesen...

VCD fordert neue Buslinie zwischen Köln-Nord und Pulheim

VCDKöln, den 13.01.2021: Der VCD Regionalverband Köln begrüßt die Einführung des Schnellbusses SB 91 zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020. Der Schnellbus bildet eine attraktive Tangentialverbindung westlich von Köln vom Bahnhof Dormagen über den S-Ba...


weiterlesen...

UNSER BODEN, UNSER ERBE Der Film für eine zukunftsfähige Landwirtschaft - Neuer DVD-Start 26. März 2021!

unser boden w filmDirekt vor unserer Haustür liegt etwas, das uns alle ernährt: lebendiger Boden. In einer Handvoll fruchtbarem Ackerboden können so viele Lebewesen sein, wie es Menschen auf diesem Planeten gibt. Nur diese eine dünne Humuschicht sorgt für Lebensmit...


weiterlesen...

SUMMER IN BERLIN“ VÖ: 12.02.21 durch Sony Music

SCHILLER Summer in Berlin Cover Preview2„Berlin – The greatest cultural extravaganza that one could imagine.“ – David Bowie

Sommer der Gegensätze
„Ich tue gerne das Gegenteil dessen, was man üblicherweise so macht“, sagt Christopher von Deylen. Seit über zwei Dekaden operiert der Musiker...


weiterlesen...

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.