das Kultur und Nachrichtenmagazin

Monatskalender

Avone-Goal-mq.jpg 

AVone „How New York Breaks Your Heart“ @ 30works

Samstag, 2. November 2019
19:30- Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

Wie wichtig ist der Begriff der Heimat für einen Künstler? Und wie wirkt sich Heimat auf sein Werk aus? Ist sie redundant für seine Signatur, seinen Stil, seinen Modus operandi – oder nicht doch essenziell...?

Der amerikanische Künstler AVone hat sich in seinem neuen Werkzyklus „How New York Breaks Your Heart“ intensiv mit der Terminologie von Heimat auseinandergesetzt – und dabei auch die widersprüchlichen Emotionen verarbeitet, die der Heimaterfahrung anhaften. Denn wo „sein“ New York Quelle der Inspiration, Geborgenheit und Zugehörigkeit ist, markiert die Stadt gleichzeitig einen Ort der Zumutung, der Routine und der Dissoziation. Und so kann uns nicht nur ein geliebter Mensch, sondern tatsächlich auch das vermeintliche Zuhause das Herz brechen. Ein Dilemma, das AVone umtreibt und zum zentralen Thema seiner neuen Arbeiten avanciert.

East Coast versus West Coast

AVone gilt als einer der versiertesten New York-Chronisten in der zeitgenössischen Urban und Pop Art; und so erzählen seine Bildwelten – durchaus einem literarischen Ansatz folgend – gleichsam von den Glorien und Sündenfällen, dem Schönen und Hässlichen, den Boni und Mali, mithin: der ganzen Ambiguität und den Paradoxien des Big Apple, der hier stellvertretend für jegliche Form von Heimat steht.

Doch was tun, wenn die Heimat einem schwer, ja lästig wird, die Liebe zu erlöschen droht? Und man damit Gefahr läuft, seine (künstlerische) Identität zu verlieren...? „Für mich gab es nur eine Lösung und die hieß: Ich musste New York für einige Zeit den Rücken kehren, um mich sowohl künstlerisch als auch persönlich neu zu justieren.“, erzählt Anthony Vasquez aka AVone. Als Ort der Kalibrierung wählte der East Coast-Artist konsequenterweise New Yorks Antipodin Los Angeles: „Heimat“ des eher hedonistischen California-Lifestyles, sozio-kulturell unverbrämter als New York und nicht zuletzt dank einer jungen, vibrierenden Kunst-Szene und „frischer“ Institutionen wie dem Broad Museum sowie innovativer Off-Spaces neues Mekka der Art-Posse.

Beflügelt von neuen Eindrücken und Erfahrungen, dabei aber geprägt von den Codices und der Allure New Yorks, begann AVone sowohl den Gegensätzen als auch den Parallelen zwischen Heimat und Wahlheimat nachzuspüren – ein intuitiver Prozess, an dessen Ende die bildliche Fusionierung beider Metropolen steht. „Es ging mir darum, die Essenz beider Plätze einzufangen und festzuhalten; eine Art LA-Palette mit ihren New Yorker Entsprechungen.“

So zitiert er in seinem aktuellen Werkzyklus mit satten Gelb- und Rottönen sowie himmelblauen Grundierungen die Farben des Sunny State – und stellt dieser plakativen Leichtigkeit konterkarierende Botschaften gegenüber, die einmal mehr um Themen wie Entfremdung, soziale Kälte, Inhaltlosigkeit und Werteverfall kreisen. AVone bleibt seinem Anspruch als Geschichtsschreiber und Gesellschaftskritiker treu und erweist sich einmal mehr als Meister der narrativen Verdichtung, indem er die materielle Opulenz seiner

Bildwelten mit inhaltlicher Äquivalenz auffüllt - und damit beweist, dass visuelle Bombastik und Social Awareness sich perfekt ergänzen können.

Vom Wiederentflammen einer alten Liebe...

Stilistisch wandelt der Künstler, der den abstrakten Expressionisten Franz Kline und den Natur-Künstler Andy Goldsworthy zu seinen Vorbilder zählt, zwischen Urban und Pop Art, wobei er sich auch Elementen des Affichismus und der Arte Povera bedient. Seine Arbeiten sind mehrschichtige Kompositionen, die sich aus Collage- und Schablonentechniken zusammensetzen, häufig flankiert von prägnanten Typografien, ikonischen Tags sowie urbanen Ansichten.

Womit New York wieder zum Tragen kommt; denn trotz seines Abstechers nach Kalifornien bleibt der Big Apple Dreh- und Angelpunkt von AVones Wirken, seine Muse, seine Kraftquelle. „Eine Weile weg zu sein, gab mir die Möglichkeit als Außenstehender auf meine Heimat zu schauen. Und mich aus dieser Distanz wieder neu zu verlieben. Ich habe begriffen, dass, egal wo ich bin, New York mich niemals loslassen wird.“ „How New York Breaks Your Heart“ zeigt auf eindrucksvolle Art, dass man sich an Heimat manchmal reiben muss, um ihren Sinn und ihre Wirkung auf uns zu verstehen. Und so zu unseren wahren Wurzeln zu finden...

Die Laudatio auf den anwesenden Künstler wird Gérard Goodrow halten.

AVone – How New York Breaks Your Heart @ 30works
Vernissage: Samstag, 02.11.2019 ab 19:30 Uhr
Ausstellungsdauer: 02.11. bis 23.11.2019
Öffnungszeiten: Di - Sa 12-18 Uhr

 

 

Ort 

30works II

Pfeilstraße 42
50672 Köln
Deutschland NRW
0221/5700250
http://www.30works.de 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus: Köln
weitere von:
30works II

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Event-Tipp

ELEONORE – Ich muss nicht glücklich sein (Uraufführung) Befreiungsoper

eleonore„Ich kann noch glücklich sein“ - singt Leonore in Beethovens Fidelio. Diese einzige A Cappella – Phrase der Oper ist der Ausgangspunkt einer radikalen Befragung und Neuinterpretation des Werkes.
ELEONORE – Ich muss nicht glücklich sein stößt eine u...


weiterlesen...

Belarus: Brutale Polizeigewalt gegen friedlich Protestierende umgehend einstellen ¬

amnesty logoDie Polizei in Belarus geht mit voller Härte gegen Menschen vor, die im Nachgang der Präsidentschaftswahl friedlich protestieren. Amnesty International fordert die Behörden in Belarus auf, die Rechte der Protestierenden auf friedliche Versammlung ...


weiterlesen...

Alfons Hasenknopf & Band

hasenknopfBei all den Missständen, all dem Gegeneinander und der Verzweiflung und Unsicherheit, die momentan in der Welt herrschen, sendet Alfons Hasenknopf mit seinem Titel „Hand In Hand – Earthpeople“ eine Botschaft des Für- und Miteinanders: es geht um d...


weiterlesen...

TH Köln – Themen und Termine vom 3. bis 9. August 2020

TH KölnMontag und Mittwoch, 3. August 2020, 10.00 bis 11.00 Uhr und 5. August 2020, 14.00 bis 15.00 Uhr
Web-Seminar: Das Studienangebot der TH Köln.
Zentrale Studienberatung der TH Köln, Web-Seminar

Die Zentrale Studienberatung der TH Köln informiert am Mo...


weiterlesen...

75 Jahre Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki – die US-Atomwaffen aus Deutschland müssen abgezogen werden!

meinung sagenDurch die Abwürfe der amerikanischen Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki 1945 am Ende des 2. Weltkriegs verloren mehr als 200 000 Menschen ihr Leben, ungezählte Japaner ertrugen lebenslange gesundheitliche Folgen, verloren...


weiterlesen...

weitere Informationen

Musik / Film

Florian Künstler – einer der begabtesten jungen Singer-Songwriter veröffentlicht die Single „Wie geht’s dir eigentlich"

floria kuenstlerFlorian Künstler ist ein Meister der präzisen Beobachtung, der filmischen Erzählung. Seine neue Single „Wie geht’s dir eigentlich?“ ist ein appellierender Monolog, der von dieser empathischen Gabe profitiert. Ein Song, den man so schnell nicht ver...


weiterlesen...

Giphy-Channel von Gaffel: Dutzende GIFs und Sticker für Social Media-Kanäle und Messaging-Plattformen

Giphy Gaffel honorarfreiKöln, 5. August 2020 – Der Giphy-Channel von Gaffel bietet Dutzende animierte Motive wie das Zuprosten mit Wiess- und Kölsch-Gläsern, die in Flammen stehende Spirituose Mexikölner oder der sich drehende Kronkorken von Gaffels Fassbrause. Über die ...


weiterlesen...

Corona-Pandemie trifft Kölner Industriebetriebe

stadt Koeln LogoBeschäftigungsentwicklung in der Industrie von 2010 bis 2019

Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik hat nun den Pegel 4/2020 mit dem Titel "Verarbeitendes Gewerbe in Köln – Rückblick 2010 bis 2019 im Regionalvergleich und Auswirkungen der Coro...


weiterlesen...

Auszeichnungen für Jazz-Kompositionen in schwieriger Zeit

jerry 1024x682Der Kompositionswettbewerb des Cologne-Jazz-Supporters e.V. (CJS) für Jazzer aus NRW hat mit 60 (!) Einsendungen ein überwältigendes Echo gefunden. Die Jury mit den renommierten MusikerInnen Martin Sasse, Theresia Philipp und John Goldsby war bege...


weiterlesen...

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.