das Kultur und Nachrichtenmagazin

Monatskalender

wade Guyton.jpg 

WADE GUYTON: ZWEI DEKADEN MCMXCIX–MMXIX

Freitag, 29. November 2019
10:00-18:00 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

Der 1972 geborene US-amerikanische Künstler Wade Guyton hat über zwei Jahrzehnte ein konsequentes und zugleich eigenständiges Werk geschaffen. Bekannt ist er vor allem für seine mit einem herkömmlichen Tintenstrahldrucker hergestellten großformatigen Leinwandbilder mit ikonischen Motiven wie Flammen, den Buchstaben „X“ und „U“ oder der Website der New York Times. Nachdem das Museum Ludwig bereits mehrere Werke des Künstlers für die Sammlung erwerben konnte, richtet es ihm nun eine große Überblicksausstellung aus, die sein künstlerisches Schaffen von den Anfängen bis hin zu jüngsten Arbeiten vorstellt.

Wade Guyton nimmt in Hinblick auf die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Bild im digitalen Zeitalter eine Schlüsselposition ein. Er kombiniert traditionelle Bildträger – beispielsweise grundierte Leinwand – mit digitalen Druckverfahren, so dass bewusst eingesetzte Übertragungsfehler zu ästhetisch verblüffenden Ergebnissen führen. Durch die Aneignung bereits existierenden Bildmaterials und die Konfrontation mit neuen Reproduktionstechnologien entwickelte Guyton in den letzten zwanzig Jahren eine aktualisierte Form der sogenannten Appropriation Art. Während seine ersten Inkjet-Gemälde auf Leinwand zunächst eher formalästhetisch hinsichtlich eines modernistischen Ansatzes interpretiert wurden, zeigt sich in der Entwicklung seines Werks, dass auch die scheinbar abstrakten Muster von Streifen, Quadraten und Kreisen in konkreten digitalen Bilddateien wurzeln.

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler. Sie versammelt im gesamten Wechselausstellungsbereich sowie im DC-Saal und drei angrenzenden Räumen alle von ihm verwendeten Medien: von Papierarbeiten, die Wade Guyton „Zeichnungen“ nennt, über Fotografien und Skulpturen bis hin zu seinen bahnbrechenden Inkjet-Gemälden. Anstatt die Werke chronologisch zu präsentieren, werden sie mitunter motivisch oder thematisch in Gruppen angeordnet, wodurch Guytons Rückgriffe auf das eigene Werk ebenso erkenntlich werden wie die Entfaltung seines Œuvres. Zu den frühesten Arbeiten gehören Skulpturen aus verbogenen Stahlrohrstühlen sowie seine gedruckten Zeichnungen auf herausgerissenen Seiten aus Kunst- und Designkatalogen, die erstmals in einer weitreichenden Fülle zu sehen sind. Die jüngsten Werke der Ausstellung zeigen Bilder der unmittelbaren Umgebung des Künstlers, etwa seines Ateliers und der Stadtlandschaft New Yorks. Das Integrieren von Arbeitsutensilien und Möbeln aus dem Studio wie auch Strategien des Samplings von vorgefundenen Formen und Bildern sind prägnante Merkmale der künstlerischen Arbeitsweise von Wade Guyton, der immer auch auf den jeweiligen Ausstellungsort reagiert. Eine neue Außenskulptur auf der Terrasse vor dem Südeingang zum Beispiel ist nicht nur ein Bronzeabguss einer bereits bestehenden Arbeit in der Ausstellung, sondern weist ebenso ästhetische Bezüge zur Sheddach-Architektur des Museums auf. Für die Ausstellung werden außerdem frühere Einbauten entfernt: Sowohl Fenster als auch die Brücke zum Verwaltungstrakt werden wieder freigelegt, was gleich zu Beginn der Werkschau eine weitreichende Einsicht in den Wechselausstellungsbereich ermöglicht.

Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig: „Es ist ein erklärtes Ziel der Retrospektive, die Komplexität des Werks von Wade Guyton zu vermitteln und zu zeigen, dass er weit mehr als ein exzeptioneller Maler ist. Seine Vorgehensweise wurzelt tief in einem konzeptuellen Ansatz. Bei aller Klassizität seiner Arbeiten mit ihrem breit angelegten Netz an Verweisen auf kunsthistorische Vorläufer gelingt es Guyton immer wieder, durch neue, unerwartete Richtungswechsel innerhalb seines Werks zu überraschen.“

Katalog zur Ausstellung
Anlässlich seiner großen Überblicksausstellung gibt das Museum Ludwig ein Gesamtverzeichnis der Einzelausstellungen des Künstlers heraus, mit Abbildungen aller gezeigten Werke, begleitet von Kurztexten und Raumplänen: WADE GUYTON MCMXCIX–MMXIX ZWEI DEKADEN MUSEUM LUDWIG, mit Texten von Johanna Burton, Michelle Kuo, Kerstin Stakemeier sowie einem Gespräch zwischen Yilmaz Dziewior und Wade Guyton, 584 S., ca. 1.900 Farbabb., 24,8 × 29,2 cm, deutsch/englisch, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 65 Euro (Buchhandel), 54 Euro (Museum).

Über Wade Guyton
Wade Guyton ist 1972 in Hammond, Indiana, USA, geboren und lebt in New York. Letzte große institutionelle Einzelausstellungen fanden unter anderem in der Serpentine Gallery, London (2017/18), im Museo Madre – museo d’arte contemporanea Donnaregina in Neapel (2017), im Museum Brandhorst in München (2017), im Musée d’art moderne et contemporain (MAMCO) in Genf (2016), im Le Consortium in Dijon (2016), der Kunsthalle Zürich (2013) und im Whitney Museum of American Art in New York (2012) statt.

Kurator Yilmaz Dziewior, Kuratorische Projektleitung: Leonie Radine

Die Ausstellung wird großzügig gefördert von den Partnern des Museum Ludwig: REWE Group, Russmedia, Kienbaum Consultants International GmbH und The Berner Group. Außerdem wird die Ausstellung substanziell unterstützt von der Peter und Irene Ludwig Stiftung und der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig e.V..

WADE GUYTON: ZWEI DEKADEN MCMXCIX–MMXIX
16. November 2019 – 01. März 2020
Eröffnung: Freitag, 15.11.2019, 19 Uhr

Zur Ausstellung kommuniziert das Museum Ludwig auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #MLxWadeGuyton

Foto: Wade Guyton - The Devil's Hole, 1999 © Wade Guyton

 

 

Ort 

Museum Ludwig

Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Deutschland NRW
0221-221-26165
http://www.museum-ludwig.de 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus: Köln
weitere von:
Museum Ludwig

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Musik / Film

Florian Künstler – einer der begabtesten jungen Singer-Songwriter veröffentlicht die Single „Wie geht’s dir eigentlich"

floria kuenstlerFlorian Künstler ist ein Meister der präzisen Beobachtung, der filmischen Erzählung. Seine neue Single „Wie geht’s dir eigentlich?“ ist ein appellierender Monolog, der von dieser empathischen Gabe profitiert. Ein Song, den man so schnell nicht ver...


weiterlesen...

Corona-Virus: 148 Erkrankte in Köln

stadt Koeln LogoKostenloses Testangebot auch für Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten

Zur aktuellen Lage: Mit Stand heute, Dienstag, 4. August 2020, 15 Uhr, gibt es auf dem Gebiet der Stadt Köln den insgesamt 3.029. bestätigten Corona-Virus-Fall. Die Inzidenzzahl ...


weiterlesen...

John Dewey und die Neupräsentation der Sammlung zeitgenössischer Kunst im Museum Ludwig 20. August 2020 – 19. August 2022

john deweyZum dritten Mal zeigt das Museum Ludwig im Untergeschoss eine Neupräsentation seiner Sammlung von Gegenwartskunst. Es sind etwa 50 Arbeiten von 34 Künstler*innen in allen Medien – Malerei, Installation, Skulptur, Fotografie, Video und Papierarbeit...


weiterlesen...

BigCityBeats WORLD CLUB DOME Winter Edition 2021 Super-Early-Bird-Tickets & Kombitickets ab HEUTE erhältlich

kachel Winter LineUpPhase1 ohnePreReg„Warum bereiten Sie eine dreitägige Veranstaltung vor, obwohl noch gar nicht sicher ist, ob sie stattfinden kann?“ Eine Frage, die BigCityBeats-Gründer Bernd Breiter täglich mehr als nur einmal gestellt wird. Seine Antwort: „In der jetzigen Zeit i...


weiterlesen...

Deutschlandpremiere der Ausstellung „CROW – Innuendo“ mit Vernissage & Lesung

crow„Innuendo“ bedeutet Anspielung – ein idealer Titel für die Malerei und Fotografie von CROW. Der 1970 in Thüringen geborene und in Shanghai lebende, international ausgestellte Künstler, Musiker (Crow’s Flight, Medusa’s Child) und Autor („Und alle S...


weiterlesen...

weitere Informationen

Nachrichten und Doku in Köln

Corona-Pandemie trifft Kölner Industriebetriebe

stadt Koeln LogoBeschäftigungsentwicklung in der Industrie von 2010 bis 2019

Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik hat nun den Pegel 4/2020 mit dem Titel "Verarbeitendes Gewerbe in Köln – Rückblick 2010 bis 2019 im Regionalvergleich und Auswirkungen der Coro...


weiterlesen...

CLUESO - F L U G M O D U S

flugmodus cluesoNeulich ist Clueso gemeinsam mit Teddy Teclebrhan nach Ibiza geflogen, um ein Video zu seiner neuen Single »Flugmodus« zu drehen. Es gab weder Drehbuch noch Regisseur und am Flughafen trafen sie Jesus Christoph. Jesus war schwer in Ordnung, also n...


weiterlesen...

Am Wahlsonntag zählen - Wahlamt sucht noch 3.030 Wahlhelfer

stadt Koeln LogoFür die anstehenden Oberbürgermeister/in-, Kommunal- und Integrationsratswahlen am Sonntag, 13. September 2020, sucht das Kölner Wahlamt noch rund 3.030 von insgesamt 10.000 benötigten Wahlhelferinnen und Wahlhelfern.

Es gibt verschiedene Position...


weiterlesen...

LALALA« ela. feat Ali As

lalalaDie neue Single aus ihrem Debütalbum „Liebe & Krieg“ out now

ihre Singles „Ehrlich kompliziert”, „Liebe & Krieg“ und die Anstandslos & Durchgeknallt-Kollaboration „Irgendwann“ wurden und werden millionenfach bei Spotify getreamt, ihr Sony Music-De...


weiterlesen...

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.