das Kultur und Nachrichtenmagazin

Monatskalender

kunstraume.jpg 

Ausstellung "Berge begegnen sich nicht 2"

Sonntag, 22. März 2020
11:00-14:00 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

2016 kamen sechs deutsch-iranische Künstler*innen in den Kunsträumen der Michael Horbach Stiftung zusammen, um die von Gérard A. Goodrow kuratierten Ausstellung Berge begegnen sich nicht zu bestreiten. Der Titel der vielbesprochenen Gruppenschau geht zurück auf ein altes persisches Sprichwort. Vier Jahre später gibt es nun eine Wiederbegegnung. Und in der Zwischenzeit ist viel passiert – wichtige Ausstellungsbeteiligungen, Kataloge, Studienreisen, Stipendien, öffentliche und private Aufträge und vieles mehr. In übertragenen Sinne sind die Künstler*innen also selbst Berge geworden – sie sind reifer, haben sich in ihren jeweiligen Karrieren gefestigt und im Züge der politischen Veränderungen sowohl in Deutschland und Europa als auch im Iran stehen sie heute für viel mehr als nur sich selbst. Und Berge begegnen sich doch, könnte man behaupten.

Von Bildern und Zeichnungen über Objekten und Installationen bis hin zur Fotokunst sind die unterschiedlichsten Medien vertreten. Zwischen 1971 und 1980 geboren, stehen die sechs Teilnehmer*innen – Mahssa Askari, Bahar Batvand, Gila Abutalebi, Linda Nadji, Reza Nadji und Pari Moradi – stellvertretend für eine mittlere Generation europäischer Gegenwartskünstler mit Migrationshintergründen. In einem geschickten Wechselspiel finden in ihren höchst differenzierten Werken Erinnerungen bzw. Erzählungen aus dem damaligen und heutigen Iran und die eigenen Erfahrungen und Erlebnissen in der neuen europäischen Heimat auf vielfältige Weise Ausdruck. Dennoch lassen die Künstler*innen sich auf keinen Fall auf ihrer iranischen Herkunft reduzieren und leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der aktuellen Kunstszenen in Köln, Deutschland, Europa und weit darüber hinaus.

Mit ihren zarten Zeichnungen erweitert Pari Moradi (*1977 in Teheran, lebt und arbeitet in Köln und Mallorca) ihre Motivwelt um ein Vielfaches. Nach einer längeren künstlerischen Auseinandersetzung mit Tonscherben greift sie nun auf unterschiedliche Einzelmotive: von Alltagsobjekten über Hochspannungsmasten bis hin zu Vögeln im Flug – jedes Bild steht für sich, doch zusammen bilden sie ein Bewusstseinsstrom, der vielfältige Assoziationen zulässt.

Die Bilder von Mahssa Askari (*1980 in Khoramshahr, lebt und arbeitet in Düsseldorf) sind ebenfalls enigmatisch und wirken oft nostalgisch oder muten wie Filmsequenzen an. Leicht verschleiert wie die Erinnerung selbst erzählen sie mehrdeutige Geschichten – eine geschickte Verflechtung von Traum und Wirklichkeit. So schlägt die Künstlerin selbst dem Betrachter vor: „Schließe deine Augen und stelle dir vor...“

Zwischen Traum und Wirklichkeit bewegt sich die erste Gemeinschaftsarbeit der Geschwister Linda und Reza Nadji (*1972 in Teheran, lebt und arbeitet in Köln / *1978 in Teheran, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles). Das Fotomaterial für die Installation stammt aus dem Archiv des Familienbetriebs Fotostudio Nadji in Teheran, welches in den 1950er Jahren vom Vater und Onkeln der Künstler gegründet und 2015 schließlich aufgelöst wurde. Die ausgewählten Bilder zeigen Aufnahmen von Hochzeitsfeiern und geben einen Einblick in das Leben der Teheraner Mittelschicht vor der Revolution 1979. In seinen eigenen Fotos gibt Reza Nadji Einblicke in das heutige Teheran, so dass der historische Bogen nahezu 40 Jahre spannt – frei nach dem Motto „Es war einmal...“

Linda Nadjis Werk hingegen bewegt sich zwischen Formalismus und Narration. Fensterumschläge – häufig Träger von offiziellen Informationen von Behörden – dienen hierbei häufig als Bildgrund – oder zusammengenäht werden sie selbst zum Bild.

Die objekthaften Bilder von Bahar Batvand (*1974 in Ahwaz, lebt und arbeitet in Düsseldorf) oszillieren ebenfalls zwischen Form und Inhalt, wobei der Arbeitsprozess eine herausragende Rolle spielt. Wicklungen von verschiedenfarbigen Faserstoffen und Drahtnetzen können als Metapher für die komplexen Verflechtungen des Lebens begriffen werden. Hierbei bezieht sich die Künstlerin u.a. auf ein Zitat Charles Darwins: „Nichts im Leben ist beständiger als der Wandel.“

Und dass nichts schöner, aber auch komplizierter ist als die Sprache beweisen auch die Bilder des Polyglotts Gila Abutalebi (*1971 in Ried/ Österreich, lebt und arbeitet in Köln). Auch hier entsteht ein Spannungsfeld zwischen Form und Inhalt. Die scheinbar endlose Wiederholung einzelner lateinischer Buchstaben ergeben Muster, die an arabische Schiften erinnern. Hier wird eine andere Form des Lesens vom Betrachter abverlangt, denn statt Erzählungen bietet uns die Künstlerin vielmehr Meditationsfelder für die eigenen Gedanken.

Kuratiert von Gérard Goodrow

Vernissage: 08. März 11 - 14 Uhr
Ausstellungsdauer: 08. März bis 12.April 2020

Mi. und Fr. 15.30 – 18.30 Uhr, So. 11 – 14 Uhr, sowie nach Vereinbarung
Tel. +49 (0)221 2999 3378

www.michael-horbach-stiftung.de

 

 

Ort 

Kunsträume der Michael Horbach Stiftung

Wormser Str. 23 (Hinterhaus)
50677 Köln
Deutschland NRW
0221-29993378
http://www.michael-horbach-stiftung.de 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus: Köln
weitere von:
Kunsträume der Michael Horbach Stiftung

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Event-Tipp

10.07.2020 »20 Jahre ifs: Alumni im Fokus« mit Eva Blondiau und Elmár Imánov

ifs filmschuleAnlässlich der Kölner Kino Nächte präsentiert von Kinogesellschaft Köln, Real Fiction und ifs internationale filmschule köln

Freitag, 10. Juli 2020 | 19 Uhr
»End of Season«
(D, GEO, ASE 2019, Regie: Elmár Imánov, Produktion: Eva Blondiau, 92 Min., O...


weiterlesen...

Waldskin gewährt auf der Debütsingle Einblick in ihre ambivalente Welt

waldskinMit der ersten Single ”The Shore” lässt Waldskin uns die düstere und ambivalente Welt der Band anhand ihrer bunten Instrumentierung (Schlagzeug, Cello, Bass, Gitarre, Synthesizer, Geräusche und Gesang) entdecken.

Das Lied handelt nicht nur von den...


weiterlesen...

TH Köln – Themen und Termine vom 6. bis 12. Juli 2020

TH Logo scharfMontag, 6. Juli 2020, ab 17.30 Uhr
Beratung zum Masterstudiengang Drug Discovery and Development

TH Köln/Universität zu Köln, Webkonferenz

Die TH Köln und die Universität zu Köln bieten gemeinsam den Masterstudiengang Drug Discovery and Developme...


weiterlesen...

Corona-Virus: 74 Erkrankte in Köln

stadt Koeln LogoStadt weist Reiserückkehrer auf Quarantäne-Pflicht hin

Zur aktuellen Lage: Mit Stand Freitag, 10. Juli 2020, 15 Uhr, gibt es auf dem Gebiet der Stadt Köln den insgesamt 2.677. bestätigten Corona-Virus-Fall. Die Inzidenzzahl liegt in Köln aktuell b...


weiterlesen...

Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2020 des BfDT gestartet / Einsendeschluss 27. September 2020

bPb LogoZum 20. Mal schreibt das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) den Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" aus. Gesucht werden bereits durchgeführte und in andere Kontexte übertragbare Projekte aus dem ge...


weiterlesen...

weitere Informationen

Nachrichten und Doku in Köln

Verbot von Großveranstaltungen verlängert Firmenlauf Köln 2020 doch abgesagt

köln newsKöln/Bonn, 10. Juli 2020. Die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Noch im Juni verständigten sich die Stadt Köln und die Landesregierung mit dem Veranstalter Weis Events, den beliebten Firmenlauf Köln wie geplant am 17. September 2020 unter Auflagen s...


weiterlesen...

R.I.O. - Hey Mama

Cover R.I.O.   Hey MamaDeutschlands Hit-Produzent Manuel Reuter schlägt zum Sommeranfang mit seinem vielfach Gold und Platin ausgezeichnetem Projekt R.I.O. ein neues Kapitel auf. „Am Puls der Zeit“, „Frischer denn je“, „Contemporary“, „Neu erfunden und doch wieder erkan...


weiterlesen...

Wassermangel im tropischen Lateinamerika und in der Karibik. TropiSeca: Forschungsprojekt der TH Köln zum Austausch mit drei lateinamerikanischen Hochschulen

Foto Alexandra NaudittExtreme Niederschlagsdefizite betreffen in zunehmendem Maße auch die tropischen Staaten Südamerikas und der Karibik. Bislang gibt es noch wenig Erfahrungen oder Forschung zu diesem Phänomen. Daher haben die TH Köln, die University of Costa Rica, d...


weiterlesen...

TOM NOVY feat. Bella - Vamos A La Playa

Cover Tom Novy feat. Bella   Vamos a la PlayaNo introduction necessary! TOM NOVY - seit Jahrzehnten weltweit gefeierter Pionier der House-Musik - beweist einmal mehr seinen unglaublichen Sinn für Musik und seine schnellen Grooves! Seine Version des All Time Classics VAMOS A LA PLAYA führt un...


weiterlesen...

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.