das Kultur und Nachrichtenmagazin

Monatskalender

alexander iskin.jpg 

Ausstellung "ALEXANDER ISKIN" Mönchehaus Museum

Montag, 13. Juli 2020
11:00-18:00 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

Der Ausstellungstitel "Die Ursache liegt in der Zukunft" von Alexander Iskin bezieht sich auf eine paradox erscheinende Äußerung von Joseph Beuys, der zu den wichtigen Anregern seines Werks zählt. Geht man davon aus, dass Künstler häufig seismographisch gesellschaftliche Zustände erfassen, die erst in Zukunft relevant werden, klingt die Beuyssche Behauptung durchaus plausibel. So scheint Alexander Iskin unbewusst eine Vorahnung gehabt zu haben, als er für 6 Wochen sein Atelier samt Schlafstätte in die Galerie Sexauer in Berlin verlegte, um dort – isoliert von der Öffentlichkeit – zu arbeiten. Besuche waren nur per Anmeldung unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die Entstehung der Arbeiten für die Ausstellung in Goslar konnte man jedoch im Internet verfolgen und kommentieren. Die Realität hat den Künstler am Ende der Performance eingeholt, als tatsächlich Kontaktverbot aufgrund von Corona verordnet wurde.

Hintergrund für die Isolation waren für Iskin jedoch grundsätzliche Überlegungen zum Verhältnis von digitaler und analoger Welt. Sie bestimmen sein malerisches Oeuvre ebenso wie seine Performances oder Installationen. Ihn beschäftigt die von ihm so benannte »Inter-Realität«, mit der er Korrelationen zwischen der virtuellen und physischen Wirklichkeit beschreibt. Proklamiertes Ziel ist für ihn eine neue Formation dieser Räume jenseits tradierter Muster. Demonstrativ rief er daher während einer Performance 2018 das »Interrealistische Zeitalter« aus. (Dr. Bettina Ruhrberg, Direktorin Mönchehaus Museum)

Ausstellungseröffnung: 12. Juli 2020 um 11:30 Uhr
Ausstellungsdauer: 12. Juli – 13. September 2020

Mönchehaus Museum
Mönchestrasse 1
38640 Goslar

Alexander Iskin — Kaiserringstipendiat 2020

Alexander Iskin erhält das Kaiserring-Stipendium 2020. Der 1990 in Moskau geborene Künstler kam als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer mit neun Jahren nach Goslar, wo er kurz vor dem Abitur seinen künftigen Lehrer, den Maler Herbert Volkmann, im Mönchehaus Museum kennenlernte. Der Entschluss, eine Künstlerlaufbahn einzuschlagen und nach Berlin überzusiedeln, wurde durch weitere Begegnungen im Zusammenhang mit dem Kunstpreis Kaiserring ausgelöst. Heute lebt und arbeitet Alexander Iskin in Berlin.

Das 1984 vom VFK (Verein zur Förderung Moderner Kunst e.V. Goslar) ins Leben gerufene Kaiserring-Stipendium ist in der Regel die erste museale Einzelpräsentation für die Stipendiaten, so auch für Alexander Iskin. Seit 2014 wird das Stipendium von der AKB Stiftung in Einbeck gefördert.

Alexander Iskin arbeitet mit den Medien Malerei, Skulptur und Performance. Der Fokus richtet sich jedoch auf die Malerei, in der er das komplexe Verhältnis zwischen analogen und digitalen Räumen verhandelt.

Interrealismus

Reflexionsgegenstand von Iskins Arbeiten ist die von ihm so benannte „Inter-Realität“. Mit dem Begriff des Interrealismus beschreibt der Künstler Korrelationen zwischen physischer und virtueller Wirklichkeit.

Iskins Bilder zeigen körperlich anmutende Fragmente menschlicher oder tierischer Wesen vor lose angeordneten, farbigen Flächen und Bildräumen. Die Körperversatzstücke schweben, tanzen oder wirbeln vor multidimensionalen Räumen, in denen sie sich zu verlieren oder zu verirren scheinen. Ihre vielschichtige Morphologie fordert den Betrachter heraus, macht ihn zum aktiv Suchenden. Die Malerei versetzt ihn in einen Modus der Reflexion. Sie ermöglicht im Unterschied zur Virtual Reality, Distanz zu üben und eigene Vorstellungen zu entwickeln.

So stimulieren auch Iskins Rotationsbilder aus dem letzten Jahr das aktive Sehen. Sie haben weder Oben noch Unten. Der Betrachter kann das Bild drehen. Er hat die Wahl, für welche Bildwirklichkeit er sich entscheidet.

Arturbating

In einer sechswöchigen Performance schloss sich der Künstler von Anfang Februar bis Ende März 2020 in der Berliner Galerie Sexauer ein, um dort die Bilder für die Goslarer Ausstellung Die Ursache liegt in der Zukunft zu malen. Besuche waren nur per Anmeldung und unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die Entstehung der Bilder konnte man jedoch als Livestream im Internet verfolgen und kommentieren. Die freiwillige Isolation wurde von der Realität eingeholt, als Kontaktverbot aufgrund von Corona offiziell verordnet wurde.

Die Goslarer Ausstellung zeigt mit 50 Werken von 2011 bis heute sowie der Video-Dokumentation und Reinszenierung der Performance arturbating einen Überblick über das bisherige Werk.

(Dr. Bettina Ruhrberg, Direktorin Mönchehaus Museum)

Quelle: http://www.sexauer.eu/
Photo by Johanna Laleh von Holst

 





 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus:
weitere von:

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Musik / Film

Maria Mena veröffentlicht nach 5 Jahren Pause am 23.10. ihr neues Album "They Never Leave Their Wives"

maria mena„Ich möchte erklären, warum es so lange gedauert hat, dieses Album zu machen. Wie ich mich erst der Scham entledigen musste, die mit dem Thema des Albums einhergeht, um die Songs überhaupt schreiben zu können. Dies ist meine Erklärung und meine En...


weiterlesen...

Sarah Lombardi besingt in ihrer neuen Single „Zoom“ die Liebe – Single und Video out now

sarah lombardiFrisch verliebt in den Herbst: Am 09. Oktober erschien mit „Zoom“ die neue Single von Sarah Lombardi. Mit diesem entspannten und tanzbaren Feel-Good-Song verpasst die Entertainerin ihren Fans eine Extraportion Endorphine.

Nach „Te amo mi Amor“ (bi...


weiterlesen...

LIZZY - Album/Hologramm - CD Case „March To A Different Drummer“ Release: 13.11.2020

lizzyMit einem BÄM wie Leeloo aus dem fünften Element, die durchs Auto knallt, fällt LIZZY in dein Wohnzimmer und verwandelt es in einen Dancefloor. Willkommen in dem neuen Sci-Fi Movie à la Blade Runner. Ein Trip in die Zukunft nur ohne Katastrophe.

M...


weiterlesen...

Köln im Spitzenfeld der smartesten Städte Deutschlands

stadt Koeln LogoStadt belegt Platz 3 des "Bitkom Smart City Index 2020"

Im diesjährigen Smart City Index des Branchenverbands Bitkom erreicht Köln den dritten Platz und liegt damit nur knapp hinter Hamburg und München. Gegenüber dem vergangenen Jahr hat sich Köln...


weiterlesen...

18 Jahre kunst im carrée

kunst careeVom 24.10.-8.11. präsentieren 83 Künstleran 71 Ausstellungsorten ihre vielschichten Kunstwerke zum Thema: „Glücksmomente!“ – Voyeuristische Aus- und Einblicke in unseren Alltag mit seinen kleinen und großen Glücksmomenten.

Die Vielfältigkeit der W...


weiterlesen...

weitere Informationen

Nachrichten und Doku

Stromversorgung in Belgien auch ohne umstrittene Reaktoren Doel 1 und 2 gewährleistet

umweltMünchen, 13.10.2020: Die Sicherheit der Stromversorgung in Belgien wäre durch eine sofortige Abschaltung der Atomreaktoren Doel 1 und 2 nicht beeinträchtigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Umweltinstitut München. Unter Beibehaltung der ...


weiterlesen...

12.11.2020 „Nachgelacht“ – eine Komikerinnenoffensive - Bürgerhaus Stollwerk Köln

286 09cb18b7a56e27a80f29e2a5b52062e5Nach dem großen Erfolg 2018 und 2019 startet die geballte Komikerinnenoffensive erneut den Angriff auf Herz, Hirn und Humorzentrum! Zeitgleich finden zahlreiche Shows in über 20 Städten statt. 100% Frauenpower

Mit:
Dagmar Schönleber (Kabarett und M...


weiterlesen...

Radverkehrsfreundliche Umgestaltung der Kölner Ringe

stadt Koeln LogoÜberblick über bereits umgesetzte Maßnahmen und Ausblick

Auf den Kölner Ringen wurden in den letzten drei Jahren rund 4,5 Kilometer neue Radverkehrsanlagen umgesetzt. Im Rahmen einer Fahrradtour über einen Teilabschnitt zwischen Ulrichgasse und Eh...


weiterlesen...

PINSKI – Neue EP „We All Stole From The Apple Tree“ erscheint am 27.11. – Female Progressive Rock aus Köln

Pinski EP QuadratKöln - Am 27.11.2020 erscheint mit „We All Stole From The Apple Tree“ die neueste EP der Kölner Formation Pinski. Die Band um Sängerin und Bandleaderin Insa Reichwein ist dabei ein wirkliches Unikat: Die Musikerin ist nicht nur eine der ganz wenig...


weiterlesen...

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.