das Kultur und Nachrichtenmagazin

Monatskalender

alexander iskin.jpg 

Ausstellung "ALEXANDER ISKIN" Mönchehaus Museum

Freitag, 17. Juli 2020
11:00-18:00 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

Der Ausstellungstitel "Die Ursache liegt in der Zukunft" von Alexander Iskin bezieht sich auf eine paradox erscheinende Äußerung von Joseph Beuys, der zu den wichtigen Anregern seines Werks zählt. Geht man davon aus, dass Künstler häufig seismographisch gesellschaftliche Zustände erfassen, die erst in Zukunft relevant werden, klingt die Beuyssche Behauptung durchaus plausibel. So scheint Alexander Iskin unbewusst eine Vorahnung gehabt zu haben, als er für 6 Wochen sein Atelier samt Schlafstätte in die Galerie Sexauer in Berlin verlegte, um dort – isoliert von der Öffentlichkeit – zu arbeiten. Besuche waren nur per Anmeldung unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die Entstehung der Arbeiten für die Ausstellung in Goslar konnte man jedoch im Internet verfolgen und kommentieren. Die Realität hat den Künstler am Ende der Performance eingeholt, als tatsächlich Kontaktverbot aufgrund von Corona verordnet wurde.

Hintergrund für die Isolation waren für Iskin jedoch grundsätzliche Überlegungen zum Verhältnis von digitaler und analoger Welt. Sie bestimmen sein malerisches Oeuvre ebenso wie seine Performances oder Installationen. Ihn beschäftigt die von ihm so benannte »Inter-Realität«, mit der er Korrelationen zwischen der virtuellen und physischen Wirklichkeit beschreibt. Proklamiertes Ziel ist für ihn eine neue Formation dieser Räume jenseits tradierter Muster. Demonstrativ rief er daher während einer Performance 2018 das »Interrealistische Zeitalter« aus. (Dr. Bettina Ruhrberg, Direktorin Mönchehaus Museum)

Ausstellungseröffnung: 12. Juli 2020 um 11:30 Uhr
Ausstellungsdauer: 12. Juli – 13. September 2020

Mönchehaus Museum
Mönchestrasse 1
38640 Goslar

Alexander Iskin — Kaiserringstipendiat 2020

Alexander Iskin erhält das Kaiserring-Stipendium 2020. Der 1990 in Moskau geborene Künstler kam als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer mit neun Jahren nach Goslar, wo er kurz vor dem Abitur seinen künftigen Lehrer, den Maler Herbert Volkmann, im Mönchehaus Museum kennenlernte. Der Entschluss, eine Künstlerlaufbahn einzuschlagen und nach Berlin überzusiedeln, wurde durch weitere Begegnungen im Zusammenhang mit dem Kunstpreis Kaiserring ausgelöst. Heute lebt und arbeitet Alexander Iskin in Berlin.

Das 1984 vom VFK (Verein zur Förderung Moderner Kunst e.V. Goslar) ins Leben gerufene Kaiserring-Stipendium ist in der Regel die erste museale Einzelpräsentation für die Stipendiaten, so auch für Alexander Iskin. Seit 2014 wird das Stipendium von der AKB Stiftung in Einbeck gefördert.

Alexander Iskin arbeitet mit den Medien Malerei, Skulptur und Performance. Der Fokus richtet sich jedoch auf die Malerei, in der er das komplexe Verhältnis zwischen analogen und digitalen Räumen verhandelt.

Interrealismus

Reflexionsgegenstand von Iskins Arbeiten ist die von ihm so benannte „Inter-Realität“. Mit dem Begriff des Interrealismus beschreibt der Künstler Korrelationen zwischen physischer und virtueller Wirklichkeit.

Iskins Bilder zeigen körperlich anmutende Fragmente menschlicher oder tierischer Wesen vor lose angeordneten, farbigen Flächen und Bildräumen. Die Körperversatzstücke schweben, tanzen oder wirbeln vor multidimensionalen Räumen, in denen sie sich zu verlieren oder zu verirren scheinen. Ihre vielschichtige Morphologie fordert den Betrachter heraus, macht ihn zum aktiv Suchenden. Die Malerei versetzt ihn in einen Modus der Reflexion. Sie ermöglicht im Unterschied zur Virtual Reality, Distanz zu üben und eigene Vorstellungen zu entwickeln.

So stimulieren auch Iskins Rotationsbilder aus dem letzten Jahr das aktive Sehen. Sie haben weder Oben noch Unten. Der Betrachter kann das Bild drehen. Er hat die Wahl, für welche Bildwirklichkeit er sich entscheidet.

Arturbating

In einer sechswöchigen Performance schloss sich der Künstler von Anfang Februar bis Ende März 2020 in der Berliner Galerie Sexauer ein, um dort die Bilder für die Goslarer Ausstellung Die Ursache liegt in der Zukunft zu malen. Besuche waren nur per Anmeldung und unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die Entstehung der Bilder konnte man jedoch als Livestream im Internet verfolgen und kommentieren. Die freiwillige Isolation wurde von der Realität eingeholt, als Kontaktverbot aufgrund von Corona offiziell verordnet wurde.

Die Goslarer Ausstellung zeigt mit 50 Werken von 2011 bis heute sowie der Video-Dokumentation und Reinszenierung der Performance arturbating einen Überblick über das bisherige Werk.

(Dr. Bettina Ruhrberg, Direktorin Mönchehaus Museum)

Quelle: http://www.sexauer.eu/
Photo by Johanna Laleh von Holst

 





 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus:
weitere von:

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Gesundheit und Bildung

Auslandsjahr in Corona-Zeiten?

mystudychoiceIn zehn Zoom-Meetings geben Schulen aus Kanada, Neuseeland und Australien Antworten zum Schüleraustausch 2021
 
Die Nachfrage für ein Auslandsjahr ist trotz derzeitiger Corona-Einschränkungen groß. In zehn live Zoom-Meetings vom 23. bis 29. Oktob...


weiterlesen...

SSM-Fotokalender "Mülheim sechsmal anders" erhältlich

muelheim sechsmal ander KalenderEr ist wieder da: Der SSM-Fotokalender »Mülheim anders« erscheint zum sechsten Mal.

Auch für das Jahr 2021 präsentieren engagierte Fotograf*innen eine etwas andere Sicht auf den Stadtbezirk Mülheim. Zu sehen sind wieder überraschende Blicke auf be...


weiterlesen...

Die Normannen nehmen Kurs auf Mannheim Ergebnisse wissenschaftlicher Tagung fließen in große Sonderausstellung ein

csm 20190304 normannenDie Vorbereitungen zur nächsten großen kulturhistorischen Sonderausstellung der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim nehmen an Fahrt auf. Ab Herbst 2022 widmet sich erstmals eine umfassende museale Präsentation der faszinierenden und facettenreichen Ge...


weiterlesen...

Evangelia veröffentlichte mit “Fotia” einen Song der dazu ermutigen soll auf sein Herz zu hören

fotiaWährend sich in vielen Ländern dieser Welt der Sommer langsam dem Ende zuneigt, wird es bei der amerikanisch/griechischen Sängerin und Songwriterin Evangelia demnächst nochmal richtig heiß. „Fotiá“ –griechisch für „Feuer“ – heißt ihr neuer Track, ...


weiterlesen...

#frankfurtstreamt: 3 Tage virtuelle Buchmesse mit der bpb

bPb Logo#frankfurtstreamt: 3 Tage virtuelle Buchmesse mit der bpb

Prominent besetzte Diskussionen, Lesungen, Slams und interaktive Treffen / Programm auch nachträglich zum Anschauen unter www.bpb.de/frankfurtstreamt / bpb zieht positive Bilanz

In der digi...


weiterlesen...

weitere Informationen

Musik / Film

DIZE & ALINA ÜBERLEBEN

Cover DIZE  Alina   ÜberlebenMario Fiebiger aka DIZE geht zusammen mit Singer & Songwriterin Alina für ihre gemeinsame Single „Überleben“ an den Start! Dabei setzt er weiterhin auf das Produzenten-Team um Vitali Zestovskih, mit dem er bereits als ehemaliges Mitglied von VIZE ...


weiterlesen...

Friedrich Jr. veröffentlicht sein Debütalbum "Das ist gut so" am 23.10.2020

freidrich jrDie Musik von Friedrich Jr. kommt aus einem übervollen Leben. Einem Leben voller Freude und Intensität, aber auch einem, in dem ganz andere, dunkle Erfahrungen gemacht wurden. Es ist mehr Leben als viele Menschen je haben werden, und mehr als die ...


weiterlesen...

Dialog mit dem Original Hanne Darboven - Schreibzeit, 1975 - 1999

hanne darbovenDie für ihre Schreibzeichnungen bekannte Künstlerin Hanne Darboven hat jedes Detail dieses 32-bändigen Mammutwerkes geplant und per Hand geschrieben. Die komplexe Edition, die in einer Auflage von 30 Exemplaren entstanden ist, vermittelt den Ansat...


weiterlesen...

Mit innerer Stärke Krisen in Chancen umwandeln "Delia Dittrich" Interview-Reihe zum Thema Resilienz

Delia Dittrich Regisseurin Referentin und Medientrainerin Foto syh682Die Regisseurin, Referentin und Medientrainerin Delia Dittrich spricht im 3. Interview unserer Reihe über das Thema Resilienz (psychische Abwehrkraft) mit Regina Nußbaum über die Gefahren der negativen Dauerberieselung durch alle Formen der Medien...


weiterlesen...

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.