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Friedrich Jr. veröffentlicht sein Debütalbum "Das ist gut so" am 23.10.2020

freidrich jrDie Musik von Friedrich Jr. kommt aus einem übervollen Leben. Einem Leben voller Freude und Intensität, aber auch einem, in dem ganz andere, dunkle Erfahrungen gemacht wurden. Es ist mehr Leben als viele Menschen je haben werden, und mehr als die meisten von uns ertragen könnten. Bei Friedrich Jr. ist alles echter und authentischer – schon weil man seinem Leben nicht entkommen kann. Doch vor allem: „Weil es sich noch lohnt!“ wie er selbst in „Von Stern zu Stern“ singt, einem der vielen wunderbaren Lieder seines Debütalbums „Das ist gut so“.

Hinter Friedrich Jr. steckt der deutschsprachige Singer-/Songwriter und Gitarrist Jan Hamann. „Ich ließ mich von meinen Vorfahren inspirieren“, erklärt der Norddeutsche, „die Akkordeon spielten und häufig den Zweitnamen Friedrich trugen.“ Dieses Instrument, vor allem in Verbindung mit akustischer oder elektrischer Gitarre und seiner kraftvollen, rauen Stimme, führt zu einem erdigen und gerne auch mal rockigem Folksound. Seine Einflüsse kommen aus dem Country und Bluegrass, und überhaupt erinnert vieles an Americana, wobei er aber auch keine Angst vor dezenten Echos aus Chanson oder gar Schlager hat, denn bei ihm verbindet sich alles mit einer Wahrhaftigkeit, die selbst das Wilde und Profane mit Schönheit adelt. Und immer lässt Jan auch seine nordische Heimat mit einfließen.

Er nennt Neil Young als eines seiner vielen Vorbilder, „seitdem ich Kind bin. Ich habe jedes einzelne Lied zuhause“, ebenso wie Chris Stapleton, dessen Musik Jan vor und während der Aufnahmen begleitet hat. Er ist Fan von Nathaniel Rateliff und noch immer auch von Nirvana, die ihn nicht nur bei der ersten Single „Unsere Liebe ist ein dreckiges Schiff“ inspiriert haben, sondern mit deren Songbüchern er sich mit 14 Jahren das Spielen der Gitarre beigebracht hat. Nur deutsche Einflüsse hat er wenig, wie er gesteht, „das Deutsche ist immer so glatt gebügelt.“

Denn so eingängig und einladend die Melodien von Friedrich Jr. sind, so ehrlich und ungeschliffen ist die Musik – und das mit voller Absicht und viel Hingabe zum Detail. „Alles auf dem Album ist echt, es wurden kaum Plugins, und auch kein Autotune verwendet. Ich wollte einen authentischen Sound, möglichst rau und natürlich. Effekte wie Hall und Echos stammen aus den Originalgeräten der 60er und 70er Jahre.“ Jan hat sich Zeit für die Produktion gelassen, erst nach einem Jahr wurde „Das ist gut so“ in den Hände von Multiinstrumentalist und Produzent Sebastian Gimm in Flensburg gegeben, der die Lieder finalisierte und mixte.

Auch beim Songschreiben geht Jan seinen eigenen Weg. „Ich habe niemals einen fertigen Text oder beginne mit einer Struktur. Sobald mir eine Zeile im Kopf herumschwirrt, nehme ich einfach die Gitarre in die Hand.“ Text und Melodie entstehen parallel, Hand in Hand, ohne bewussten Plan, aber mit einem emotionalen Ziel. „Ich schaue nie, dass es von vorne bis hinten Sinn ergibt, denn auch wenn das etwas oberflächlich klingt, die Lieder kommen direkt aus mir heraus.“ So sind die Songs Momentaufnahmen, und obwohl er sich nicht direkt in ihnen entdecken lassen will, sind sie doch geprägt von seinem Leben, ob den positiven Erlebnissen als Familienvater, Ehe- und Hausmann oder den negativen Erschütterungen des Daseins. „Als kleiner Junge habe ich meine Geschwister verloren, als Jugendlicher wurde ich auf dem Nachhauseweg verfolgt und beinahe zu Tode geprügelt. Als sehr junger Familienvater erkrankte ich an Krebs, und musste erneut um mein Leben kämpfen. Kurze Zeit später erkrankte meine Frau am Herzen, und wäre ebenfalls beinahe gestorben.“

Dennoch – oder gerade deswegen – sind seine Lieder Ausdruck einer unbändigen Lebensfreude und eines nicht klein zu kriegenden Lebenshungers, und bleiben auch für seine Fans, die er sich seit 2012 auf bis zu 80 Konzerten im Jahr erspielt hat, offen und frei interpretierbar. „Das ist gut so“ selbst ist nicht nur ein Lied auf das Leben, es steht als Albumtitel zu recht für die Aussage des gesamten Debüts.

Nehmen wir zum Beispiel „Kapitän“, das überschwänglich das Zusammensein feiert und das er zusammen mit seiner Frau entwickelt hat. „Sie hat die ausschlaggebenden Zeilen geschrieben. Ich brauche für einen Text immer so lange – und sie hat ihn in nicht mal einer Stunde fertig gehabt“, lacht er. Viele Lieder berichten von diesem gemeinsam „durch Dick und Dünn“, wie auch „Burgenbauen“, in dem er vertrauensvoll „Du bist ja da“ singt. „Höllenhund“ hingegen geht sehr direkt und ehrlich mit den dunklen Phasen um, hier stellt sich der Protagonist des Liedes dem Tod – und jagt ihn gnadenlos vom Hof.

Doch die erste Single „Unsere Liebe ist ein dreckiges Schiff“ ist vielleicht der beste Weg, den besonderen Blickwinkel von Friedrich Jr. kennenzulernen. Auch hier geht es um extreme Gefühle, es ist ein liebevoller, ein zarter, aber auch ein brutal ehrlicher Blick auf eine Liebesbeziehung, in der es gar nicht mehr um die Liebe geht, sondern um das, was das gemeinsame Leben an Aufgaben und Kämpfen mit sich bringt. Die Schmetterlinge sind lange fort, die rosarote Brille zerkratzt, aber doch will man weiter alles miteinander teilen. Vielleicht muss man es auch einfach. Als wäre das Zusammensein wie ein großes Frachtschiff, rostig und tief im Wasser, seit Jahrzehnten auf dem Meer unterwegs, durch jeden Sturm und jedes Unwetter, und keine Riesenwelle lässt es kentern.

Dazu passt die kraftvolle Melodie und der harte Rhythmus, die einfach immer voran schreiten, trotzig fast, bereit sich allen Widerständen entgegen zu stemmen. Ein Gitarrensolo und ein Akkordeonsolo sagen: „Uns bekommt nichts unter!“. Es ist ein Lied, dass man mit dem Menschen an seiner Seite laut mitsingt, gerade weil man das alles nur zu gut kennt. Dieser wilde, nordische Folk Rock-Song beschönigt nichts und feiert es trotzdem.

Ja, alle diese Lieder von Friedrich Jr. wirken vielleicht schmutzig, doch genau deswegen sie sind voller solcher Geschichten. Das Leben ist eben keine saubere Sache. Und das ist gut so.

Quelle: Motor Entertainment GmbH

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