Bericht über den Besuch in dem burmesischen Flüchtlingslager "Nupo-Refugeecamp" in Thailand!

Dhammasara & Ashin KesaraEin buddhistischer Mönch, der aus Köln kommt, hat uns seine Eindrücke geschildert.

Hier „leben“ ca. 6000 burmesische Flüchtlinge. Ich konnte und wollte keine Bilder der Menschen im Lager machen. Es ist einfach, um es gelinde auszudrücken, eine Zumutung unter welchen Bedingungen die Menschen dort leben müssen.

Ich war drei Tage dort. Das Ergebnis: Fieber und Durchfall !
Habe aber zum Glück hier in meinem Kloster angekommen, gleich Medizin bekommen und jetzt geht es einigermaßen.
Wo, wie kann ich anfangen ?
Die Reise mit einem Pritschenwagen, die Bank auf der ich mich niederlassen durfte bestand aus einem Brett mit einem Polster.
Das Polster erwähne ich, weil es so aussah als wenn das Brett gepolstert wäre. Nun es sah nur so aus ! 6 Stunden Serpentinen durch ein Gebirge und Urwald die Bilder und das Video sprechen für sich.
Als wir im Lager angekommen sind, haben wir sofort das dort notdürftig errichtete Kloster aufgesucht und dem Abt dort begrüßt.
Pflichtprogramm !
Erwähnen muss ich noch, dass ich nur in das Lager konnte, da ich nun ein Mönch bin !
Das Lager wird an allen Zugängen von Soldaten mit Maschinengewehr im Anschlag, bewacht. Alle Ein- und Ausreisenden werden kontrolliert. Mönche werden nicht kontrolliert, obwohl es natürlich jedem aufgefallen ist, dass ich nicht gerade wie ein Burmese aussehe, haben sie es nicht gewagt mich zu kontrollieren.
So ist es mir nun möglich zu berichten was kein Westler sehen, erleben kann !
Es gibt wohl einige Ausnahmen, denn im Lager arbeiten eine handvoll Westler, die aber nur durch dortige Hilfsorganisationen die Erlaubnis bekommen haben, dort zu arbeiten.
Jetzt meine Schilderung !
Bettelarme Menschen die nichts haben. Die Hütten aus Bambus und Blätter erbaut, die Ironie an der ganzen Sache ist, die Menschen dort dürfen den Bambus nicht im Urwald schlagen, tun es aber dennoch.
Sie haben nichts ! Geben aber alles !
Trinkwasser gibt es nicht.
Die Abwässerung besteht aus einigen Rinnsalen.
Das ganze Lager steht auf lehmigem Untergrund. Das heißt, wenn es regnet - und Regen ist dort, was wir unter einem Wolkenbruch verstehen - steht das ganze Lager unter Wasser. Besser gesagt, es ist eine Kloake aus Matsch und Fäkalien.
Das Wasser das dort getrunken wird holen Mönche aus dem Urwald.
Der Abt ist mit mir persönlich IN DER NACHT dorthin gegangen, um mir zu zeigen wo sie das Wasser holen.
Die Qualität des Wassers ist natürlich eine Katastrophe.
Wie ich gerade am eigenen Leibe erfahre, Durchfall und Fieber.
Kinder und Alte, was machen sie wohl? Sie STERBEN ! ! !
Traurig, aber wahr. Es gibt halt auch andere Realitäten als die, die wir kennen und gewohnt sind.burmesischer_moench
Es leben dort 6000 Menschen unter Bedingungen, die den UN Konventionen wohl niemals standhalten würden.
Jedes Gesundheitsamt in Deutschland würde aufgrund von Seuchengefahr sofort das Lager schließen.
Das ist die Realität, die ich dort mit eigenen Augen gesehen habe.
Die bis hierher geschilderten Eindrücke haben mich sehr schockiert !
Was gibt es an Positivem zu berichten ???
Das Kloster, in dem ich gelebt habe, ist das kulturelle Zentrum in diesem Flüchtlingslager.
Die Menschen, insbesondere die Kinder haben mich mit Fragen ausgesaugt!
Es war wirklich sehr anstrengend für mich, da mein Englisch eine Katastrophe ist. Jedoch war ein verstehen durch Augenkontakt und einem offenen Herzen und den dazu gehörigen fetzen Englisch ausreichend, um sich wirklich auf einer tiefen Ebene austauschen zu können.
Die Möglichkeiten, die dem Abt und den Mönchen dort zur Verfügung stehen, sind natürlich sehr beschränkt.
Kein Geld, keine Mittel !
Im Kloster bieten die Mönche vier Level der Bildung für die dort lebenden Kinder:

Level eins: Geschichts- und Kulturunterricht.
Level zwei: Mathematik
Level drei: Englisch Grundkurs.
Level vier: Englisch für Fortgeschrittene.

Es gibt ein Hindernis, ein Problem !
Welches ?

- Keine Schreibhefte für die Kinder !

- Keine Kugelschreiber für die Kinder !
- Meine Idee: Malbücher für die Kinder.
 
Die Bitte des Abtes, an mich !
Dass ich das bekannt mache und die Bitte, um Schreibhefte und Kugelschreiber für die Kinder, die Zukunft Burmas ! ! !

Ich habe dem Abt gesagt ich kann nichts Versprechen, aber ich versuche die Herzen meiner Dhammafreunde in Deutschland zu erreichen, in der Hoffnung auf etwas Hilfe.

Ich möchte noch ergänzend hinzufügen, dass die Menschen im Camp keinen Stress mit den Soldaten haben. Diese tun einfach ihre Pflicht. UND sie haben mir ausdrücklich gesagt, dass sie insbesondere dem König von Thailand sehr dankbar sind, dass sie überhaupt dort leben können.

Alles Liebe, viel Kraft und immer ein Licht im Herzen

Dhammasara

Wer helfen möchte, kann sich an das Santi Dhamma Vihara - Kölner Buddhismus Center wenden! Der Verein hat das Projekt "the best friend" ins Leben gerufen, welches Kinder und Schulen in Entwicklungsländern hilft. www.thebestfriend.org

Video: Fahrt zum Flüchtlingslager

Weitere Berichte und Informationen: Flüchtlingen Hoffnung geben!