Codex Alimentarius

codex_alimentariusEine Kommission der Vereinten Nationen zum Schutz der Verbraucher oder zum Vorteil weniger Großkonzerne?


Kaum ein Mensch weiß, was das überhaupt ist, Codex Alimentarius. So war auch unsere Verwunderung groß, als unsere Redaktion eine E-Mail mit erschreckenden Aussagen erhielt.

E-Mail…lesen!

Wir haben uns an verschiedene Organisationen gewand, um hierzu Stellung zu nehmen.

Die Antworten von Greenpeace und der Verbraucherzentrale Deutschland können Sie nachlesen.

Antwort Greenpeace…lesen!
Anwort Verbraucherzentrale…lesen!

Auch foodwacht hat sich mit interessanten Informationen bei uns gemeldet...lesen!


Der Codex Alimentarius - (lat. lebensmittelkodex)

 
Es wurde eine Kommission von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Um die Gesundheit der Verbraucher zu schützen und um sicher zu stellen, faire Praktiken im Handel mit Lebensmitteln, zu betreiben. Die Kommission trat erstmals 1963 zusammen. Der Codex wird von der FAO und der WHO finanziert. Daran beteiligt sind 180 Regierungen der Mitgliedstaaten, darunter die Europäische Gemeinschaft als Organisation.
Die Kommission besteht aus 20 technischen Ausschüssen, die eine Sammlung von internationalen Lebensmittelnormen, Richtlinien und Verhaltenskodizies herausgebracht hat. Diese sind allesamt nicht bindend.
Viele Staaten halten sich bereits an diesen Codex.

Es sind viele Länder an der Arbeit der Kommission beteiligt. Somit werden die Interessen vertreten, die die Regierungen verlangen. Zudem verfolgen Verbraucherverbände die Arbeit und nehmen an Arbeitsgruppen teil.

Die Arbeit am Codex ist durchaus zu kritisieren. Wer die Macht hat, hat die Regierungen auf seiner Seite. Unter ihnen sind Gruppierungen, die mehr an Handelserleichterungen und Markteroberung interessiert sind, denn an der Gesundheit der Bevölkerung. Es ist ein Kompromiss zwischen den Interessen, die nicht immer nachhaltig sinnvoll sind.

Als Beispiel führe ich die Bestrahlung von Lebensmitteln an.
Bestrahlung von Lebensmitteln ist eine höchst fragwürdige Praxis, um diese länger haltbar zu machen und Keime abzutöten.
Die Codex-Kommision stellt den Ländern hierbei frei, wie sie verfahren, empfiehlt immerhin eine Kennzeichnungspflicht.
In Deutschland ist die Bestrahlung nur für getrocknete Kräuter zulässig. Selbst wenn es sich hierbei um eine Zutat eines Lebensmittels handelt, besteht eine Kennzeichnungspflicht: „bestrahlt“ oder „mit ionisierenden Strahlen behandelt“.

Ebenso ist es im Bezug auf Gentechnisch manipulierte Lebensmittel. Hierfür werden keine spezifischen Aussagen getroffen. Es gibt Verhaltensrichtlinien, doch jedem Land ist es selbst überlassen, wie Lebensmittel gentechnisch verändert werden dürfen.
„Im Moment gibt es keine international vereinbarten Empfehlungen zur Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln.“² Auf dem Bio-Lebensmittel Etikett, werden die Codex-Empfehlungen umgesetzt und gewährleistet.

Es ist nicht vorgesehen, dass die Codex-Empfehlungen irgendwann bindend werden. Auch nicht in Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel. Doch unbestritten ist dieser Markt heiß umkämpft. Auf beiden Seiten. Auf derer, die sich Instrumentarien, wie die Kommission des Codex-Alimentarius zu Nutze machen und auf derer, die sie verteufeln.

Es gibt viele Vorgehensweisen, die zu überdenken sind. So sollten langfristig Bestrahlung, Genmanipulation, Wachstumshormone nicht zur Nahrungsmittelherstellung genutzt werden. Die Codex – Kommission legt Richtlinien fest, die den „sicheren“ und „angemessenen“ Einsatz von solchen Methoden empfehlen. Das ist nicht haltbar, aber spiegelt unsere Weltgemeinschaft wieder.

Mehr ist momentan nicht drin und wir sollten weiter daran arbeiten, dass wir uns nicht selbst vergiften. Jeder in seinem eigenen bewussten Handeln.
Als Beispiel:
Wenn ich kein Suppenhuhn für 1,- € das Stück kaufe, will es mir auch niemand mehr verkaufen. Und die Käfighaltung von Hühnern wäre unprofitabel.
Wenn ich jeden Tag Fleisch essen will, selbst aber kein Schwein halte und mir der neue Fernseher wichtiger ist, als meine Nahrung, dann liegt es auf der Hand, dass Massenproduktion den Fleischhunger stillt.

Der Grundgedanke der Kommission des Codex Alimentarius ist durchaus gut. Es liegt an uns Menschen selbst, diese sinnvoll zu nutzen und jene, die durch stetige Arbeit für ihre Mitmenschen etwas nachhaltig sinnvolles bewirken wollen, zu unterstützen. Nicht alle Menschen, die Verantwortung tragen, sind Verbrecher. Auch hier gibt es jene und jene. Panikmache und gezielte Hetze werden der Entwicklung, die von Statten geht, nichts anhaben können.

Quellen:

² Zitat aus: Fragen zum Codex alimentarius 
www.codexalimentarius.net
www.bvl.bund.de – Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

 Ilka Baum