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Hommage an August Macke

GalerieSzalcMalerei von Peter Kohl, Miroslaw Luma, Thomas Metz, Armin Rohr und Peter Szalc.

Unter dem Titel Hommage an August Macke präsentiert die Galerie Szalc zum Macke - Fest 2019 in der Fabrik45 und anschließend in der Galerie Szalc in der Bonner Südstadt eine Auswahl von Gemälden der Künstler: Peter Kohl, Miroslaw Luma, Thomas Metz, Armin Rohr und Peter Szalc.

Die Kunst des Österreichers Peter Kohl ist eine unmittelbare Aufzeichnung und gleichzeitige Sublimierung der Ereignisse seines Alltags, seiner Befindlichkeiten, seiner Erlebnisse und Beobachtungen der Mitmenschen auf Leinwand, so wie man sie von Kinderzeichnungen kennt. Der rebellische Unterton seiner Kunst als Kritik an bestehenden Tabus, gesellschaftlichen Konventionen und politischen Entwicklungen wird in den Fratzen der dargestellten Figuren gezeigt, aber auch in den Titeln und kurzen Kommentaren auf den Leinwänden. Die spontanen, skizzenhaften, ja fast kindlichen Mitteilungen auf den Leinwänden von Peter Kohl zeugen von einer Authentizität, die in der Erwachsenenwelt schwer nachvollziehbar ist. Deshalb entzieht sich dem Betrachter oft die Botschaft seiner Kunst, während die Bilder uns aber zugleich der unbeschwerten Formensprache wegen fesseln.

Die Malerei des polnischen Künstlers Miroslaw Luma, aus der Serie Pejzaz (Landschaft), die einen Garten darstellt, zeigt ein Geflecht aus freien, impulsiven Strichen und Punkten. Gegenstände wie Äste und Bäume, aber auch schematische Strukturen und freie Kompositionen werden auf diese Weise vereinfacht dargestellt. Die Farbe, die bisher in Luma´s Werk eine zentrale Rolle spielte, wird in den aktuellen Arbeiten von der Bewegung überboten. Die Farbe wird hier oft lediglich zum künstlerischen Mittel, das weitere Dimensionen wie Bewegung, Tiefe, Transparenz, aber auch Verdichtung stärker auftreten lässt. Die Bewegung, die sich aus dem freien Farbauftrag ergibt, verleiht Luma´s Kunst eine neue Dynamik. Die Bilder von Miroslaw Luma thematisieren Natur und Kultur, Zufall und Gesetzmäßigkeit, Materialität und Imagination, Freiheit und Bedrohung. Sie demonstrieren Bewegung, Virtuosität und Ausdruckstärke.

Der Mensch und sein Schicksal sind die Themen des Künstlers Thomas Metz. Der Maler wählt dramatische Momente aus, in denen sich der Verlauf eines Lebens entscheidet oder in denen die Tragik der menschlichen Existenz greifbar wird.
Differenzierte Portraits oder Figuren und Personengruppen sind vor Bildräumen zu sehen, die durch gegliederte Farbflächen gebildet werden. Jedes Bild ist damit auch eine Auseinandersetzung zwischen Figur und Fläche. Seine Bilder zeigen eine aus den Angeln gehobene Welt und das Abgründige des menschlichen Daseins. Vermeintliche Angebote von Zusammenhang und Orientierung werden im nächsten Moment in Frage gestellt oder bleiben grundsätzlich vage. Die Bilder verweigern Antwort und Sicherheit. Sie sind allenfalls verwunderter Ausruf, sie bleiben ihrerseits Frage nach der Realität, der Echtheit der Gefühle, nach dem Sinn.

In der neuen figurativen Periode des versierten Zeichners und Malers Armin Rohr, fällt der Blick auf das Unmittelbare, Persönliche und „Reale“. Die augenblicklichen, „realen“ Begegnungen und Beobachtungen von den Menschen in seiner Umgebung stellt er in der freien Natur und in Innenräumen dar. Nicht die Wirklichkeit wird hier dargestellt, sondern deren Interpretation. Dargestellt werden weitläufige Landschaften gemalt mit lebhaften, grellen Farben, in denen die menschlichen Silhouetten umherziehen. Bei den Umrissen der Personen, ist die Präsenz dennoch spürbar – auf den Punkt gebracht und sofort wieder in Frage gestellt. In den Portraits von dargestellten Figuren werden die Gesichtszüge bisweilen bis zur Unkenntlichkeit anonymisiert. Neue Raumlösungen und Stimmungen treten auf, die die Beweggründe der neuen Konzeption Armin Rohr´s Malerei deutlich werden lassen.

Der Bonner Künstler Peter Szalc zeigt in seinen neuen Arbeiten auf Leinwand gesellschafts- und zeitkritische Themen. Die Botschaften seiner Bilder sind in frischen Farben präsentiert. Einerseits entfaltet die Farbe in Szalc' Bildern ein Eigenleben und dient dem Künstler als Experimentierfeld, in dem er neue Wege in der Malerei untersucht. Andererseits erhält das Ausdrucksmittel Farbe Anflüge von Appell und Kritik, mit Beimischung von Humor. Assoziationen an Pop Art und Cartoon Literatur werden hervorgerufen. Verzogene Perspektiven wechseln sich mit flächigen Kompositionen ab. Formal deuten sich allmählich eine Vereinfachung der Formensprache sowie eine Reduktion der Motivwelt an.
Expressiv und suggestiv erscheinen die in groben Pinselstrichen und feinen Kreidezeichnungen dargestellten Motive. Die für den Künstler charakteristischen poppigen Farben, die seit einigen Jahren seine Farbpalette bestimmen, sind konstitutiv für die ermahnende Botschaft der Bilder.

Die Ausstellung wird von 20.5. bis 21.6.2019 in der Galerie Szalc (Bonn) gezeigt.

Fabrik45 und Galerie Szalc, Bonn

www.szalc.de
www.fabrik45.de

Titelbild: Armin Rohr, Ohne Titel, 2018, Öl auf Leinwand, 60 x 45 cm (courtesy Galerie Szalc)

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