Köln-InSight.TV

Das Magazin für Köln

Monatskalender

alexander iskin.jpg 

Ausstellung "ALEXANDER ISKIN" Mönchehaus Museum

Montag, 7. September 2020
11:00-18:00 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

Der Ausstellungstitel "Die Ursache liegt in der Zukunft" von Alexander Iskin bezieht sich auf eine paradox erscheinende Äußerung von Joseph Beuys, der zu den wichtigen Anregern seines Werks zählt. Geht man davon aus, dass Künstler häufig seismographisch gesellschaftliche Zustände erfassen, die erst in Zukunft relevant werden, klingt die Beuyssche Behauptung durchaus plausibel. So scheint Alexander Iskin unbewusst eine Vorahnung gehabt zu haben, als er für 6 Wochen sein Atelier samt Schlafstätte in die Galerie Sexauer in Berlin verlegte, um dort – isoliert von der Öffentlichkeit – zu arbeiten. Besuche waren nur per Anmeldung unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die Entstehung der Arbeiten für die Ausstellung in Goslar konnte man jedoch im Internet verfolgen und kommentieren. Die Realität hat den Künstler am Ende der Performance eingeholt, als tatsächlich Kontaktverbot aufgrund von Corona verordnet wurde.

Hintergrund für die Isolation waren für Iskin jedoch grundsätzliche Überlegungen zum Verhältnis von digitaler und analoger Welt. Sie bestimmen sein malerisches Oeuvre ebenso wie seine Performances oder Installationen. Ihn beschäftigt die von ihm so benannte »Inter-Realität«, mit der er Korrelationen zwischen der virtuellen und physischen Wirklichkeit beschreibt. Proklamiertes Ziel ist für ihn eine neue Formation dieser Räume jenseits tradierter Muster. Demonstrativ rief er daher während einer Performance 2018 das »Interrealistische Zeitalter« aus. (Dr. Bettina Ruhrberg, Direktorin Mönchehaus Museum)

Ausstellungseröffnung: 12. Juli 2020 um 11:30 Uhr
Ausstellungsdauer: 12. Juli – 13. September 2020

Mönchehaus Museum
Mönchestrasse 1
38640 Goslar

Alexander Iskin — Kaiserringstipendiat 2020

Alexander Iskin erhält das Kaiserring-Stipendium 2020. Der 1990 in Moskau geborene Künstler kam als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer mit neun Jahren nach Goslar, wo er kurz vor dem Abitur seinen künftigen Lehrer, den Maler Herbert Volkmann, im Mönchehaus Museum kennenlernte. Der Entschluss, eine Künstlerlaufbahn einzuschlagen und nach Berlin überzusiedeln, wurde durch weitere Begegnungen im Zusammenhang mit dem Kunstpreis Kaiserring ausgelöst. Heute lebt und arbeitet Alexander Iskin in Berlin.

Das 1984 vom VFK (Verein zur Förderung Moderner Kunst e.V. Goslar) ins Leben gerufene Kaiserring-Stipendium ist in der Regel die erste museale Einzelpräsentation für die Stipendiaten, so auch für Alexander Iskin. Seit 2014 wird das Stipendium von der AKB Stiftung in Einbeck gefördert.

Alexander Iskin arbeitet mit den Medien Malerei, Skulptur und Performance. Der Fokus richtet sich jedoch auf die Malerei, in der er das komplexe Verhältnis zwischen analogen und digitalen Räumen verhandelt.

Interrealismus

Reflexionsgegenstand von Iskins Arbeiten ist die von ihm so benannte „Inter-Realität“. Mit dem Begriff des Interrealismus beschreibt der Künstler Korrelationen zwischen physischer und virtueller Wirklichkeit.

Iskins Bilder zeigen körperlich anmutende Fragmente menschlicher oder tierischer Wesen vor lose angeordneten, farbigen Flächen und Bildräumen. Die Körperversatzstücke schweben, tanzen oder wirbeln vor multidimensionalen Räumen, in denen sie sich zu verlieren oder zu verirren scheinen. Ihre vielschichtige Morphologie fordert den Betrachter heraus, macht ihn zum aktiv Suchenden. Die Malerei versetzt ihn in einen Modus der Reflexion. Sie ermöglicht im Unterschied zur Virtual Reality, Distanz zu üben und eigene Vorstellungen zu entwickeln.

So stimulieren auch Iskins Rotationsbilder aus dem letzten Jahr das aktive Sehen. Sie haben weder Oben noch Unten. Der Betrachter kann das Bild drehen. Er hat die Wahl, für welche Bildwirklichkeit er sich entscheidet.

Arturbating

In einer sechswöchigen Performance schloss sich der Künstler von Anfang Februar bis Ende März 2020 in der Berliner Galerie Sexauer ein, um dort die Bilder für die Goslarer Ausstellung Die Ursache liegt in der Zukunft zu malen. Besuche waren nur per Anmeldung und unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die Entstehung der Bilder konnte man jedoch als Livestream im Internet verfolgen und kommentieren. Die freiwillige Isolation wurde von der Realität eingeholt, als Kontaktverbot aufgrund von Corona offiziell verordnet wurde.

Die Goslarer Ausstellung zeigt mit 50 Werken von 2011 bis heute sowie der Video-Dokumentation und Reinszenierung der Performance arturbating einen Überblick über das bisherige Werk.

(Dr. Bettina Ruhrberg, Direktorin Mönchehaus Museum)

Quelle: http://www.sexauer.eu/
Photo by Johanna Laleh von Holst

 





 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus:
weitere von:

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Nachrichten und Doku in Köln

Wahlsonntag im Netz - Spezielle Software macht die Wahlergebnisse sichtbar

stadt Koeln LogoAm Wahlsonntag, 13. September 2020, werden ab 18 Uhr die abgegebenen Stimmen zu den Kommunalwahlen ausgezählt. Und das sowohl in den Urnenstimmbezirken durch die Wahlvorstände als auch im großen Briefwahlzentrum in der Kölner Messe. Die Herausford...


weiterlesen...

Wiesn goes TikTok!

tick tock oktoberfestDer erste große Schlager-Livestream in der Geschichte von TikTok am 23.09. um 18 Uhr mit Chris Cronauer, Marie Reim und Linda Hesse

Um den allgegenwärtigen Feier-Phantomschmerz angesichts des entfallenen Oktoberfests ein wenig abzumildern, haben s...


weiterlesen...

22.09.– 04.10.2020 lab.Bode Abschlussprojekt - Kunstmuseum Villa Zanders

labbodeMit Abschlusspräsentation in den Kabinetträumen des Kunstmuseum Villa Zanders

Im Rahmen ihres zweijährigen Volontariates mit dem Schwerpunkt Bildung und Vermittlung entwickelte Anna Arnold ein interaktives Kartenset mit dem Titel Papier-gestalten....


weiterlesen...

Köln geht in die Stichwahl - 825.000 Wahlberechtigte erneut zur Wahl aufgerufen

stadt Koeln LogoKöln geht in die Stichwahl. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) erzielte nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis bei der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag, 13. September 2020, 45,05 Prozent der Stimmen. Ihr Mitbewerber Andreas Kossis...


weiterlesen...

Chima meldet sich nach musikalischer Auszeit mit einem Knall zurück: "Keine Liebe" OUT NOW!

chimaChima meldet sich nach einer musikalischen Auszeit mit einem Knall zurück: "Keine Liebe" weckt den Wunsch nach Freiheit, Mut, Kontrollverlust und Vertrauen in die eigene Stärke.

Verkörpert werden diese Sehnsüchte im Song durch „die eine“ Frau, die...


weiterlesen...

Köln Termine

landmann ausstellung.jpg
Donnerstag, 24.Sep 10:00 - 22:00 Uhr
Ausstellung "An der Frau" LANDMANN-31

juergen liest.jpg
Donnerstag, 24.Sep 10:00 - Uhr
Jürgen Reinicke liest

gaffel wiesn.jpg
Donnerstag, 24.Sep 11:00 - Uhr
„O‘zapft is“ mit Gaffel Wiess

scalz.jpg
Donnerstag, 24.Sep 14:00 - 18:00 Uhr
Ausstellung "Peter Szalc Isolation - Retrospektive II"

ladys night.jpg
Donnerstag, 24.Sep 18:00 - Uhr
"Ladies Night"

landmann ausstellung.jpg
Freitag, 25.Sep 10:00 - 22:00 Uhr
Ausstellung "An der Frau" LANDMANN-31

gaffel wiesn.jpg
Freitag, 25.Sep 11:00 - Uhr
„O‘zapft is“ mit Gaffel Wiess

scalz.jpg
Freitag, 25.Sep 14:00 - 18:00 Uhr
Ausstellung "Peter Szalc Isolation - Retrospektive II"

landmann ausstellung.jpg
Samstag, 26.Sep 10:00 - 22:00 Uhr
Ausstellung "An der Frau" LANDMANN-31

gaffel wiesn.jpg
Samstag, 26.Sep 11:00 - Uhr
„O‘zapft is“ mit Gaffel Wiess

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.