das Kultur und Nachrichtenmagazin

Wer hat das Recht sich besser zu nennen?

Weil Politik gegenwärtig, für mich nicht viel mit den Menschen zu tun hat, schaue ich mir nur sporadisch die Tagesnachrichten an. Doch auch an mir ging die Meldung über den Tod von Osama bin Laden und die jubelnden amerikanischen Menschen nicht vorbei.

Mein erstes Gefühl war…ich war traurig. Ich war traurig über den Jubel, über eine Todesnachricht. Ich war traurig über das Palaver von mehr Gewalt, Anschlägen und Vergeltung. Mehr Wachsamkeit in der sogenannten „Freien Welt“.
Osama bin Laden steht für mich für Wahnsinn und blinde Wut, aber auch für Verzweiflung.

Welch Arroganz spricht aus den Mündern der im Westen lebenden Menschen?
Die Botschaften lauten: So wie wir leben ist es richtig und einzig. Wenn du anders lebst, dann zeigen wir dir wie du es schaffst, so zu leben wie wir. Dann wirst du frei und glücklich sein. Willst du das nicht, wirst du zum Feind erklärt.

Sie sagen und tun nichts anderes als die Menschen, die sie selbst verurteilen und als Terroristen bezeichnen. Die eine Seite ist nicht besser, als die andere. Die „freie Welt“ ist nicht frei. Es gibt hier ebenso viele Probleme, wie in arabischen, hinduistischen, buddhistischen oder anderen Kulturen.
Es gilt alle Menschen mit ihrer Kultur zu respektieren.

Wir sind alle Menschen. Egal wo wir herkommen. Egal in welcher Kultur ich am besten zurecht komme. Diese Vielfältigkeit ist eine Bereicherung für die Welt.
Ich will nicht, dass alle Menschen auf der Welt: Schaffe, schaffe, Häusle baue.

Ich bin froh über Kunst, über Lieder, über Geschichten, über Sichtweisen aus anderen Flecken der Erde. In einem Land in dem es warm ist, brauche ich kein stabiles Haus. Im Norden ist das schon eher angebracht. Aus den Bedürfnissen ergeben sich die Prioritäten des Lebens. Aus den klimatischen Bedingungen ergeben sich charakterliche Eigenschaften. Wer ständig Regen ausgesetzt ist, zieht sich eher zurück. Wer in den Bergen lebt, kann mehr Anstrengung für tägliche Erledigungen in Kauf nehmen und ist viel mehr auf die Verlässlichkeit seiner Mitmenschen angewiesen. Wer viel Sonne und das Meer vor der Nase hat, redet gern und ackert nicht so viel. U.s.w. das sind nur plakative Beispiele. Schließlich ist das alles in Ordnung, sonst hätte sich dies in der Natur nicht so entwickelt.

Die Lebensphilosophie der westlichen Länder (früher sagte man einmal Abendland) ist eine. Die aus dem Osten, Norden, Süden, die vom anderen Ende der Welt muss nicht die selbe sein. Genau genommen, darf das auch nicht so sein.

Warum wollen wir das? Warum sollen alle Menschen so leben wie wir? Diese Frage müssen sich die Industrieländer stellen, ohne sich dabei zu verleugnen. Denn sie führt zum Krebs, der in unserer Gesellschaft so groß geworden ist, dass Weisheit und Liebe verstummen. Ich sehe dabei die Habgier als eine große Ursache.
Damit provozieren wir Hass. Wenn wir uns mit unserer Habgier zügeln, werden wir uns auf unsere Werte und unsere ganz eigene Kultur zurückbesinnen. Dann ist es uns auch möglich andere so zu lassen, wie sie sind.

Als selbsterlebtes Beispiel kann ich die Wiedervereinigung nennen. Ich bin als Kind nach Werten erzogen worden, die innerhalb eines Jahres komplett über den Haufen geworfen wurden. Die Menschen waren im Wahn. Sahen nur die goldene Seite der Medaille. Helmut Kohl spielte sich als Wohltäter auf und lies sich feiern. Doch was ist mit den Menschen passiert? Sie sind vereinsamt. Während früher alle an einem Strang zogen, verschanzen sich nun die Leute in ihren Häusern. Religion ist in Ostdeutschland nicht sehr verwurzelt. Alle sollten nach der aufdoktrierten Ethik der Sowjetunion leben. Nun fiel das weg und damit die Grundlage allen Denkens und Handelns. Die Menschen fokussierten nur das Geld und die Habe, als Lebenszweck. Gehen Sie in den Osten Deutschlands und sie erfahren, dass die meisten Bewohner sich über Geld und Arbeit definieren, weil sie nichts anderes haben. Es ändert sich zum Glück langsam. Hier wurde einfach angenommen, dass die Menschen das wollen. Halte ich einem hungrigen Menschen einen Eintopf vor die Nase und erzähle ihm nicht, wieviel Arbeit es macht ihn zuzubereiten, dann wird er ihn sich schmecken lassen und noch mehr davon wollen. 

Aus meinem Geburtsort stammt ein Dichter, der für seine ehrlichen Texte in der Heimat nicht sehr geehrt wurde. Mittlerweile bekam er ein Denkmal im Dorf, darauf steht: „Dies Weltmeer zu ergründen, birgt Gefahr und Eitelkeit. In dir selber musst du finden, Perlen der Zufriedenheit.“ – Menantes

Dies gilt für alle Orte und jede Zeit. Haben wir das begriffen, dann können wir anfangen über wahren Frieden zu reden.

Ilka Baum 

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