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VoluNation - Als Freiwillige in China!

Nina Schilling IIISie gestaltet das Kulturprogramm am Sprachlernzentrum an der Qingdao-Universität und bringt Chinesen die deutsche Kultur näher. Für ein Jahr arbeitet die Kölnerin Nina Schilling als Freiwillige in China.

Vor rund drei Jahren wurde an der Universität der chinesischen Stadt Qingdao ein deutsches Sprachlernzentrum (SLZ) zur Förderung des Deutschunterrichts eröffnet, in dem man ein Jahr als Freiwilliger mitarbeiten kann. Bevor ich mich hierzu entschloss, hatte ich mich mit Unterstützung von www.VoluNation.com über die Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes im Ausland informiert und über die Kölner Freiwilligenagentur nach China gekommen.

Aufgabe: Deutschland-Bild in Qingdao vermitteln Meine Aufgaben hier sind ganz unterschiedlich: Zum einen gestalte ich das Kulturprogramm am SLZ und überlege mir mit der Hilfe meiner netten Kollegen Konzepte und Ideen für Kulturveranstaltungen. Im Dezember boten wir z. B. eine Weihnachtsreihe („Deutscher Abend: Weihnachtsreihe“) mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten zum Thema Weihnachten an. Es geht also um ganz alltägliche Themen, über die man sich als Deutscher eher selten Gedanken macht. Durch die Arbeit hier reflektiere ich meine eigene Kultur viel mehr und auch das ist sehr interessant.

Neben dem Organisieren und Planen schreibe ich Berichte über vergangene Veranstaltungen und veröffentliche diese auf unserer Website. Ich arbeite dabei mit unseren beiden chinesischen Praktikanten zusammen, die mir viel helfen. In den ersten Monaten habe ich bereits mehrere „Deutsche Abende“ mit unterschiedlichen Themen organisiert, ein Jubiläumsheft für die Jubiläums- und Akkreditierungsfeier des SLZ gestaltet und Artikel für verschiedene Websites und eine Zeitschrift geschrieben.

Vor einiger Zeit hatte ich die Möglichkeit, meine Chefin zu einem „Deutsch-Chinesischen Dialogforum“ zu begleiten. Das war eine sehr interessante Veranstaltung, die einem wieder eine ganz andere Sicht auf das Land China gibt. Außerdem durfte ich unsere Lehrer zum ersten chinesischen Deutschlehrertag in Hong Kong begleiten. Hong Kong! Ich kann es noch immer nicht ganz fassen, was ich in den letzten Monaten alles sehen und erleben durfte. Hier haben sich Deutschlehrer von Universitäten, Sprachlernzentren und Schulen aus ganz China, Macau und Hong Kong getroffen, um sich zu vernetzen und auch zum Teil weiterzubilden. Dies war sehr wichtig, da es in China keine spezifische Deutschlehrerausbildung gibt.

Ich kann sehr frei arbeiten und habe definitiv Möglichkeiten, meine Ideen zu verwirklichen und umzusetzen. Gleichzeitig gibt es kleine Aufgaben, die gemacht werden müssen, sodass ich mir immer ein bisschen aussuchen kann, auf welche Aufgabe ich jetzt mehr Lust habe. Die Zeit rast einfach vorbei und ich merke es gar nicht, weil ich so damit beschäftigt bin, neue Ideen in Projekte umzugestalten, Projekte umzusetzen und meine eigene Kultur zu reflektieren. Ich habe in der letzten Zeit schon so viel gelernt und hoffe, dass ich noch viel mehr in den nächsten Monaten lerne.

Land und Leute: Zahlreiche Unterschiede im Alltag Es fällt mir wirklich schwer, meine Eindrücke in Worte zu fassen. China ist ein Land der Gegensätze: Zum einen sind die Menschen sehr freundlich und hilfsbereit: Sie wollen dir, trotz der sprachlichen Barriere, helfen und dir etwas von ihrer Kultur zeigen. Auf der anderen Seite, können sie dir auch signalisieren, dass du nicht unbedingt willkommen bist. An manchen Tagen fällt es mir wirklich schwer, damit umzugehen.

Das Essen hier ist definitiv mit das beste, das ich je gegessen habe. Es ist schnell auf dem Tisch und es gibt so viele neue Gewürze und Kombinationen, die mit dem „chinesischen Essen“ aus Deutschland recht wenig zu tun haben.

Nina Schilling IPrivatsphäre scheint hier allgemein keinen hohen Stellenwert zu haben. Die chinesischen Studenten, die ich kennengelernt habe, leben meist in Studentenwohnheimen mit bis zu 9 anderen Studenten in einem Zimmer, da gibt es keinen Platz für Privatsphäre. Auch in den Bus kommen so lange weiter Menschen rein, bis es absolut nicht mehr geht. Es ist immer ein kleines Abenteuer, hier unterwegs zu sein: Letztens haben wir einen Zauberer im Bus kennengelernt, der wie durch Zauberhand eine Münze verschwinden hat lassen, indem er sie verschluckt. Magic! Ein weiterer Gegensatz: Zum einen wird hier vieles streng kontrolliert und überwacht, andererseits sind viele Angestellte auch gesprächsbereit und flexibel. Eine Freundin hat innerhalb einer Woche drei verschiedene Jobs gefunden und gekündigt und ist nach 4 Tagen Wohnungssuche umgezogen.

Wechselnde Gefühle Zusammenfassend kann ich sagen, ich empfinde das Leben hier als wechselhaft und es gibt immer Phasen, wie bei allem im Leben. In der einen Phase ist es mir einfach zu viel, angestarrt zu werden, nach Fotos gefragt zu werden oder, dass einfach Fotos von mir gemacht werden. Vor allem, wenn ich mich gerade mal richtig doof fühle, zu Hause vermisse und einfach nur in meinem Bett liegen will. Und diese Tage kommen schon hin und wieder vor. An manche Dinge kann ich mich nur schwer oder langsam gewöhnen und vor allem am Anfang waren es sehr viele verschiedene Eindrücke, die ich erst einmal verarbeiten und einordnen muss. Das hat bei mir schon 2 oder 3 Wochen gedauert und manchmal gibt es noch immer Tage, an denen mir manches schwer fällt. Am nächsten Tag kann wieder alles anders sein, und ich genieße es einfach, in diesem Land voller Menschen zu sein und niemand achtet so richtig auf dich. Es hört sich wie ein Widerspruch an, aber hier gibt es beides: Einerseits Aufmerksamkeit, andererseits Ignoranz.

China ist einfach ein spannendes, hochinteressantes und aufregendes Land mit einer aufwühlenden Geschichte, die sich definitiv noch in der heutigen Kultur widerspiegelt. Meine Entdeckungsreise hat gerade erst begonnen und ich bin gespannt, was ich über das Land sage, wenn ich es verlasse. Ich fühle mich hier sehr wohl und freue mich auf die nächsten Monate, in denen ich sicherlich noch viel mehr lernen, erfahren, sehen, schmecken und erfahren werde. Zusammenfassend kann ich sagen, bis jetzt es war die absolut richtige Entscheidung sich in das Abenteuer China zu stürzen und ich denke, jeder, der etwas offen und neugierig ist, kann viel erfahren, erleben und lernen in diesem spannenden Land.

Über VoluNation VoluNation ist Spezialist für weltweite Freiwilligenarbeit. Neben einem umfassenden Beratungsangebot bietet VoluNation kurzfristig buchbare Freiwilligenprojekte in mehreren Staaten Afrikas, Asiens und Südamerikas an. Weitere Informationen sind im Internet unter www.VoluNation.com erhältlich.

www.VoluNation.com ein Informationsportal im Internet, auf dem sich insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene über die Möglichkeiten sozialen Engagements im Ausland informieren.

Quelle Text und Foto: VoluNation UG (haftungsbeschränkt), Jessnerstr 18-20, 10247 Berlin

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