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Interview-Reihe „Kölner SexTalk“ bei Köln-Insight.TV - Radio-Edition „Die lustlose Frau gibt es nicht"

logo20lebeart magazin20Radio20Edition2weblebeART Magazin Radio Edition – heute ab 20 Uhr mit Aktuellem aus der Kölner Region sowie aus aller Welt - von Kultur über Umwelt bis hin zu News aus dem Show-Bizz. Ab circa 20.35 Uhr auch wieder mit der neu ins Leben gerufenen Interview-Serie, dem „Kölner SexTalk" – bei dem die Priener Ärztin und Sexualtherapeutin Dr. Jutta Kossat im Gespräch mit der Journalistin Petra Wagner all das erklärt, was Ihr schon immer wissen wolltet: In der heutigen Sendung geht es um das interessante Thema „Die lustlose Frau gibt es nicht". Daneben gibt´s natürlich wieder jede Menge bester Musik aus den aktuellen Charts – klickt Euch rein, wir freuen uns auf Euch!

Interview-Reihe „Kölner SexTalk" bei der Radio-Edition von Köln-Insight.TV
„Die lustlose Frau gibt es nicht!"

Seit 11. Mai sendet Köln-Insight.TV in seiner Radio-Edition am Montag die Interview-Serie „Kölner SexTalk", bei der die Journalistin Petra Wagner im Gespräch mit der Ärztin und Sexualtherapeutin Dr. Jutta Kossat über gängige Vorurteile sowie Mythen aufklärt und über die weibliche wie männliche Sexualität informiert.
Für alle jene, die die Sendung nicht live anhören konnten, hier die Inhalte zum Nachlesen.
Provokation: Die lustlose Frau gibt es nicht!

PODCAST der weiteren Themen:

Sendung_Grundlos_Sexlos

Sexmythen als Sexkiller 1

Sexmythen als Sexkiller 2

Die lustlose Frau gibt es nicht!

sexuelle Wuensche und Fantasien – der praeorgastische Kick

Klitoris-Die Lustperle der Frau im Wandel der Zeit

Köln-Insight.TV: Heute sind wir wieder zu Gast bei Dr. Jutta Kossat; nachdem wir uns den Themen „grundlos sexlos" sowie Sexmythen, die als Sexkiller wirken, gewidmet haben, wenden wir uns heute Abend der Frau zu – der Titel für die heutige Sendung: Die lustlose Frau gibt es nicht. Das ist provokativ gemeint, denn wie Sie aus Studien und Ihrer Praxis wissen, sagen viele Frauen, dass sie keine Lust auf Sex haben. Ob das tatsächlich so ist bzw. warum und wie man das ändern könnte, das schauen wir uns heute genauer an.

Zuvor aber möchte wir gerne noch eine Leseranfrage beantworten; eine Zuhörerin wollte wissen, was wir von der Aussage halten: Guter Sex muss immer fulminant und großartig sein! Liebe Anja aus Köln – hier die Antwort von Dr. Jutta Kossat

Dr. Jutta Kossat: Nein, muss er nicht – dies ist ein weiterer Mythos, den ich für enorm belastend halte.
Wir gehen alle immer davon aus, dass jeder Sex super sein muss, aber das muss er nicht und kann er auch gar nicht.
Sex kann manchmal einfach nur nett oder auch mal vollkommen schiefgehen. Ja und!
Wenn ich koche und mein Essen anbrennt, esse ich trotzdem am nächsten Tag wieder. Ich koche auch wieder. Ich ärgere mich kurz, okay, aber dann vergesse ich es, hake es ab und fertig.
So ticken wir beim Sex nicht. Da wird das zum Drama und oft gehen wir in eine Vermeidungsstrategie.
Da muss ich provokant sagen: Guten Sex gibt es nicht ohne schlechten Sex!

Köln-Insight.TV: Das mit dem Kochen ist doch wirklich ein stimmiges Bild. Was mache ich mit provokant gesagt schlechtem Sex in einer langjährigen Beziehung?

Dr. Jutta Kossat: Ich mache es wie mit meinem Partner: Ohne seine Ecken und Kanten ist er nicht zu haben, also fokussiere ich mich auf die schönen Seiten an ihm und am Sex und nehme mal ein Schiefgehen in Kauf.
Damit meine ich natürlich nicht, dauernd unbefriedigenden Sex, den kann ich nicht ignorieren.

Köln-Insight.TV: Also nun zum aktuellen Thema, das Sie auch ein wenig provokant betitelt haben - Die lustlose Frau gibt es nicht! Was meinen Sie damit?

Dr. Jutta Kossat: Ich behaupte, die lustlose Frau gibt es nicht, obwohl viele Studien die Lustlosigkeit oder Libidostörung der Frau belegen.
Manchmal gibt es Zahlen bis zu 60 % der Frauen wären betroffen, diese Zahlen berücksichtigen aber nicht, dass viele darunter gar keinen Leidensdruck haben. Realistischere Zahlen sind 8 bis 20 % je nach Studie.
Generell müssen wir an dieser Stelle mal sagen, was wir hier so plaudern gilt natürlich nie für alle, aber es ist eine Tendenz. Im Mittelpunkt steht immer der individuelle einzigartige Mensch.

Köln-Insight.TV: Was sind weitere Voraussetzungen, damit die Frau sinnlich wird?

Dr. Jutta Kossat: Nach dem Satz: Ich brauche erstmal Zeit für mich, um Lust zu bekommen, kommt eigentlich der nächste Satz: Und ich brauche Zeit mit meinem Partner.
Damit meinen die meisten Frauen, sie brauchen intime Zeit mit dem Partner. Sie müssen ein emotional intensives Gespräch mit dem Partner führen. Sie müssen ihn spüren.
Dafür gibt es auch ein sehr schönes Modell von Frau Ruth Basson. Sie hat gesagt, also so in etwa, Frauen v. a. in einer Langzeitbeziehung werden erst für sexuelle Reize empfänglich, wenn Sie eine intensive emotionale Nähe zum Partner spüren.

Köln-Insight.TV: Das heißt, die Frauen benötigen Aufmerksamkeit, Zeit für sich und Zeit mit dem Partner. Wie kann man emotionale Nähe herstellen?

Dr. Jutta Kossat: Ich spüre emotionale Nähe am ehesten in der Zweisamkeit, nicht wenn ich in einer Freundesrunde zum Essen gehe.
Ich spüre emotionale Nähe, wenn ich mich darüber unterhalte, wie es dem anderen geht, was ihn beschäftigt, was seine Werte sind, wie es ihm in der Beziehung geht und und und
Ich werde null emotionale Nähe spüren, wenn ich über Alltagsprobleme rede, v. a. meist geht es bei den Paaren um die Organisation des stressigen Alltages, wer macht wann wo was oder um Probleme mit Kindern etc.
Die eigentliche Paarzeit geht verloren.

Wagner20KossatKöln-Insight.TV: Hört sich doch eigentlich ganz leicht an, woran scheitert es – weil Männer gerade eben nicht so gerne solche Gespräche führen?

Dr. Jutta Kossat: Tut mir leid, kann ich so wieder nicht stehen lassen. Ich denke, es liegt an beiden Partnern.
Vielleicht wiederhole ich mich, aber das Scheitern liegt daran, dass einerseits die Frauen durch Beruf, Kinder, Haushalt so belastet sind, dass sie gar nicht darüber reflektieren können, welche Liebesbedingungen sie brauchen.
Und wenn sie es wissen, sorgen sie nicht dafür, sie zu bekommen. Nach dem bekannten Motto er wird schon wissen was ich will.
Andererseits ist es tatsächlich so, dass für Männer emotional gefärbte Gespräche ungewohnt sind, aber ehrlich gesagt in der Verliebtheitsphase konnten sie es doch auch. D.h. sie können es.

Köln-Insight.TV: Wie kommen Sie dann zu Ihrer Behauptung, das müssen Sie uns jetzt genauer erklären.

Dr. Jutta Kossat: Ich fange anders an: Es stimmt, in meine Praxis kommen viele Frauen mit dem Satz: Ich habe keine Lust. Stimmt.
Wenn ich aber genauer nachfrage, worauf sie keine Lust hat, sieht das schon ganz anders aus.
Die meisten Frauen können nach genauem Nachfragen und etwas Zeit, nämlich schon ihre individuellen Liebesbedingungen ganz gut benennen. Nur deckt sich ihre Realität nicht mit ihren optimalen Liebesbedingungen.

Köln-Insight.TV: Das heißt, sie wissen, was sie wollen, aber nicht, wie sie das bekommen?

Dr. Jutta Kossat: Jein, würde ich sagen. Sie wissen, was sie wollen, wenn ich genau nachfrage und sie Zeit zum Nachdenken haben, in dem Sinne Ja.
Im ersten Moment wissen viele erstmal nicht, worauf sie Lust haben. Ist ja auch eine ungewöhnliche Frage.
Die Frauen wissen eher in erster Linie, worauf sie keine Lust haben bzw. dass sie keine Lust haben, und fühlen sich als lustlose Frau, wobei das nicht stimmt.
Die Sinnlichkeit ist nur verdeckt. Ich würde ihre Frage dahin beantworten, die meisten Frauen wissen unbewusst sehr wohl, was sie wollen.
Frauen haben ein ganz feines Gespür, ob der Sex es wert ist, gelebt zu werden oder nicht. Und wenn er es nicht wert ist, verspüren Sie keine Lust, welch Wunder!

Köln-Insight.TV: D. h. heißt also nicht, dass sie lustlos sind, sondern nur, dass der Sex für sie nicht erfüllend ist und sie entsprechend keine Lust mit dem Partner auf Sex haben haben.

Dr. Jutta Kossat: Ja., z. B. ca. 50 % meiner Patientinnen, die sich selbst als lustlose Frauen benennen würden, masturbieren.
Provokativ gesagt: Bin ich eine lustlose Frau, wenn ich Lust auf Selbstliebe habe? Ich würde sagen, nein, das ist eine Sinnlichkeit.
Eine meiner Patientinnen sagte einmal, am liebsten masturbiere sie, am Samstagmorgen, wenn der Mann mit den Kindern zum Einkaufen geht und sie Zeit für sich hat. Sie dusche erst mal gemütlich, dabei entspanne sie sich schon, und es ginge ihr dann richtig gut.

Köln-Insight.TV: So das heißt, die meisten Frauen nach Ihrer Erfahrung brauchen, um in die richtige Stimmung zu gelangen, zum einen den Faktor Zeit und zum anderen ein entspannter Zustand oder eine relaxte Situation – ist das richtig?

Dr. Jutta Kossat: Ja – Zeit für sich, Entspannung, es muss ihr gut gehen – das, sagen ca. 90 % meiner Patientinnen, sind Grundvoraussetzungen für Sinnlichkeit. Natürlich gilt das nicht für alle Frauen.

Köln-Insight.TV: Ich weiß von Ihnen, Sie sind in einer Langzeitbeziehung. Wie machen Sie es, wie bekommen Sie solche Gespräche hin? Geben Sie uns einmal ein paar Tipps.

Dr. Jutta Kossat: Wir machen es so, dass wir ganz bewusst einen Abend oder ein Wochenende zusammen verbringen, wo wir zuvor verabreden, nicht über unsere Alltagssorgen zu sprechen, sondern über alles andere, aber nicht Konflikte des Alltags. Wir reden über Beziehungen an sich, über unsere Zuneigung, unsere Liebe. Kurz gesagt, wir flirten miteinander. Das kann jeder, er muss sich nur dafür entscheiden.
Die Hauptsache ist die intime Zeit zu zweit, das Reden.

Köln-Insight.TV: Womit wir wieder beim Thema sind, das sich durch alle Sendungen durchzieht – reden. Was machen wir aber mit dem starken Geschlecht, das nun partout nicht so gern über sowas redet? Was kann die Frau, was sollte der Mann tun?

Dr. Jutta Kossat: Äh, wer ist für Sie das starke Geschlecht? Die Männer? Sind Sie sich da sicher? Ich glaube, nach wie vor, ich sehe das etwas anders, die Männer reden schon ...
Zu diesem Thema, passt für mich ein Satz. Er gilt allerdings für beide Geschlechter. Den Satz habe ich vor Jahren von einem Coach gehört habe und ich mich damals tierisch darüber aufgeregt habe. Dieser Satz war: Liebe ist eine Entscheidung!
Heute kann ich dem nur zustimmen, entweder will ich eine Liebesbeziehung, eine erfüllende romantische, oder ich lasse es. Meine grundsätzliche Haltung: Jeder bleibt bei sich. Niemand tut was, um etwas zu erhalten. Ich schenke Liebe und nichts anderes.

Köln-Insight.TV: Um das Ganze nochmal zusammenfassen: Schluss mit der Entwertung der Frau, sie sei lustlos. Frauen lieben es, ihre Sinnlichkeit zu leben – aber ganz nach ihrem Gusto – allein oder mit dem Mann!

Das Gespräch führte Petra Wagner / Text-Fabrik für Köln-Insight.TV.
Gesprächspartnerin: Dr. Jutta Kossat - Partnerschafts.- Sexualberatung

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